Montag, 28. Dezember 2009

Kat Pov

Tage vergingen und ich hörte weder von Jared noch von Ian irgendetwas. Soviel zum Thema „Ich ruf dich an Kat“, das war doch mal wieder typisch Mann.
Lexi war kaum noch zu Hause, sie klebte völlig an Shannon, seit jener Nacht. Verbrachte jede freie Zeit mit ihm und auch mit Jared, da die beiden immer zusammen herumhingen.

Ich war dabei unsere alljährliche Halloweenparty auf die Beine zu stellen. Lexi wollte unbedingt Shannon dabei haben, weil sie sich erhoffte, er würde Jared mitbringen.
Ehrlich gesagt wollte ich ihn gar nicht sehen, das Jared Problem artete immer mehr aus und ich wusste nicht, ob ich ihn überhaupt jemals näher kennen lernen wollte oder es je eine Gelegenheit dazu geben würde.

„Erde an Kat, dein Handy klingelt seit Ewigkeiten, willst du nicht mal rangehen?“, holte mich Lexi aus meinen Gedanken.
Wir waren gerade dabei die letzten Spinnennetze unserer Halloweendekoration anzubringen.
„Ähm….“ Etwas verwirrt, darüber dass ich das Klingeln nicht gehört hatte, stieg ich von der Leiter und griff ich nach meinen Handy.
„Hey Sunshine, tut mir leid dass ich mich so lange nicht gemeldet hab. Wir sind total im Stress, drehen bis tief in die Nacht und ich wollte dich nicht stören und ehrlich gesagt…. Ich hab zwar ständig an dich gedacht, dachte aber du hättest besseres zu tun“ meldete sich Ian nachdem ich abgehoben hatte und klang irgendwie traurig.
Lexi formte mit ihren Lippen fragend „Wer“, natürlich wollte sie wissen, wer am anderen Ende der Leitung war.
„Hi Ian“, antwortete ich und Lexi machte einen erstaunten Gesichtsausdruck, wahrscheinlich war sie genauso überrascht wie ich es war. „Wie geht’s dir?“
„Ähm, ganz gut… froh dass ich erstmal frei habe und das ist auch der Grund warum ich anrufe… Ich denke ich habe einiges wieder gut zu machen“
„Ach denkst du das…“
„Willst du mich denn nicht sehn?“ Oh wie sehr ich solche Fragen hasste.
„Naja offenbar rufst du ja nur aus einem bestimmten Grund an oder nicht?“, gab ich gespielt gereizt zurück.
„Ich wusste dass du sauer sein würdest, weil ich mich nicht gemeldet habe… Kat, okay es tut mir leid, aber ich hatte echt viel um die Ohren. Ich bin froh, dass ich mir das Halloween Wochenende freischaufeln konnte. Also Baby, bitte tu mir einen Gefallen und lass es mich wieder gut machen…Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte“, bat er und zog das letzte Wort fast flehend in die Länge.
„Okay… ich bin schon sehr gespannt wie du mir beweisen willst, dass du nicht nur aus einem Grund angerufen hast“
„Ich hab dich vermisst Kat, wirklich. Also was machst du grade? Bist du allein?“
Ich seufzte theatralisch. „Allein…hm….. nicht ganz“
„Oh….“
„Lexi und ich hängen grad unsere Halloweendeko auf“ klärte ich ihn auf und hörte ihn erleichtert ausatmen. „Was habt ihr geplant für Halloween?“
„Wir feiern unsere all jährliche Halloweenparty“
Lexi flüsterte mir leise zu, dass ich ihn einladen sollte, was ich letztendlich auch tat.
„Klingt toll, bis später also“, erklärte er und legte auf.
„Bringt er Paul mit, hat er was gesagt?“, fragte Lexi aufgeregt nach.
„Keine Ahnung, aber schön dass das dein einziges Problem ist….“
„Wieso? Was sollte denn mehr mein Problem sein“
„Shannon“, gab ich fast tonlos zurück und verließ den Raum.
„Scheiße“, hörte ich Lexi noch sagen ehe ich nach oben in mein Zimmer schlich, um mich für die Party fertig zu machen.

++++++++


Ich trug gerade den letzten Lidstrich auf, als Lexi in ihrem aufreizenden Teufelskostüm in mein Zimmer stürmte. Von unten hörte ich bereits dass die Party im vollen Gange war.

CI.Hallo


„Kat…. Kommst du mal, alle fragen schon nach dir“, sagte sie tadelnd. Wir hatten eine Regel während all unseren Parties, die auch strickt eingehalten wurde. Die Party spielte sich nur im unteren Teil des Hauses ab, niemand hatte etwas in unseren Schlafzimmern zu suchen. Wir hatten die große Treppe mit Polizeiband abgesperrt und hofften, dass sich unsere Freunde, wie jedes Jahr daran hielten, das Obergeschoss nicht zu betreten.
„Ja ich komm gleich Lex, keinen Stress“, gab ich zurück. Sie nickte kurz und verschwand.
Kaum dass sie verschwunden war, wurde die Tür schon wieder geöffnet. „Lex, ich sagte doch ich komme gleich“, zischte ich, sah aber nicht auf, während ich meine Strümpfe mit Klebeband fixierte.
Die Person trat hinter mich und ich spürte deren heißem Atem in meinem Nacken, was mich erschaudern ließ. Das konnte unmöglich Lexi sein, ich hielt abrupt in meiner Bewegung inne und wollte mich umdrehen, als mich die Person herumwirbelte und sich seine warmen Lippen verlangend auf meine legten und in dem Moment wusste ich wer vor mir stand – Ian. Ich legte ihm zärtlich meine Hände in den Nacken und zog ihn noch dichter an mich heran, vertiefte den Kuss.
Außer Atem löste er sich von mir. „Wow, das nenn ich mal ne Begrüssung…obwohl ich ja so einen Empfang gar nicht verdient habe“
„Lass uns darüber nicht sprechen, wichtig ist nur dass du hier bist. Ich hab dir schon mal gesagt, du bist mir keinerlei Rechenschaft schuldig“
„Was ist, wenn ich das aber möchte…“
„Ian bitte, hör auf damit okay“
„Womit?“
„Du weißt genau was ich meine…“
„Nein weiß ich nicht…. Aber ich mag dich Kat, sehr sogar und ich möchte….“
Ein Klopfen unterbrach ihn, wofür ich sehr dankbar war. Er wollte mir doch wohl nicht gerade gestehen, dass er dabei war sich in mich zu verlieben oder?
Ian sah genervt zur Tür. „Mir scheint so als werden wir erwartet. Ich hab übrigens noch jemanden mitgebracht. Ich hoffe das ist okay“
„Klar“, erwiderte ich und öffnete die Tür, wen ich allerdings davor stehen sah, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.
„Das ist Paul, mein Kollege und das hier ist Kat“, stellte uns Ian einander vor
Ich gab ihm lächelnd die Hand, Lexi würde so was von ausrasten, wenn sie ihn hier sehen würde.
„Ich hoffe das ist okay, Ian erzählte mir dass ihr feiert und …na ja hier bin ich“
„Sicher…. Dann lasst uns mal unter das Volk mischen, Damon und Stefan Salvatore“
Verwundert sahen mich die beiden an. „Na eure Kostüme…“
„Aber…“, wollte Paul erwidern als ich ihn wieder unterbrach.
„Es passt doch perfekt, findet ihr nicht und das ohne großen Aufwand. Damon und Stefan Salvatore“
„Und als was gehst du?“, fragte Ian verführerisch und blickte mit großen Augen auf mein Outfit.
„Ich geh als sexy Elena, ist doch klar“
„Wo du Recht hast, hast du Recht Baby aber diesmal bekomme ich Elena, Stefan“, lachte Ian und Paul stimmte mit ein.

+++++++

Die Stunden vergingen und alle amüsierten sich gut. Lexi war total aus dem Häuschen dass Ian tatsächlich Paul mitgebracht hatte, überraschenderweise war Paul diesmal auch sehr gesprächig und Lexi hing somit den ganzen Abend über an ihm.
„Danke“, flüsterte ich Ian zu, während ich die beiden beobachtete. Er folgte meinem Blick und lächelte.
„Hab ich gern gemacht, er wusste nicht was er anstellen sollte, also hab ich mir gedacht, ich bringe ihn mit“
„Du wirst es nicht glauben, aber Lex wird dir ewig dankbar dafür sein“, erwiderte ich, ohne den Blick von Lexi und Paul abzuwenden.
„Und wie dankbar bist du mir?“
Ich drehte mich grinsend zu ihm um. „Das kann ich dir gerne zeigen…“, murmelte ich und legte sanft meine Lippen auf die seinen. Er intensivierte den Kuss sofort, bat mit seiner Zunge um Einlass, dabei drückte er mich so fest an sich dass ich seine Erregung im unteren Lendenbereich spüren konnte. Ich verlor jegliches Zeitgefühl und es kam mir vor wie eine Ewigkeit, in der wir hier in der Ecke standen und uns leidenschaftlich küssten.
Ich merkte nicht wie Lexi zu uns trat, erst als sie mich am Arm wegzog, lösten wir uns abrupt von einander.
„Was ist Lex?“, keuchte ich atemlos.
„Scheiße, die Letos sind hier“, flüsterte sie mir leise zu und machte eine Kopfbewegung in Richtung Tür und tatsächlich da standen sie. Shannon winkte uns lächelnd zu, während Jared nervös von einem Bein aufs andere trat und sich sichtlich unwohl zu fühlen schien.
„Entschuldigst du uns kurz“, bat ich Ian und verschwand mit Lexi in Richtung Küche.
„Hat er was gesehen?“
„Deine Show mit Ian, die hat jeder gesehen Kat!“
„Scheiße…“, verzweifelt verschränkte ich die Arme über meinen Kopf zusammen.
„Wo ist Paul?“
„Gegangen vor ner halben Stunde ungefähr, er wollte sich noch bei euch verabschieden, aber er wollte euch nicht stören“
„Und, wie wars mit Paul?“
„Ganz nett, wir haben uns nur unterhalten, aber immerhin, endlich ein Schritt in die richtige Richtung“
„Schön, dass alles so toll passt, der eine ist weg, der andere kommt… Verdammt“, gab ich giftig zurück.
„Hey ich kann nichts dafür…aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dass Jared das gesehen hat“
Fragend sah ich Lexi an. „Er hat gequält gewirkt, so als würde es ihm etwas ausmachen und Shannon hat auch schon angedeutet, dass Jared dich schon interessant findet“
„Interessant reicht nicht Lex“
„Warte doch erstmal ab und jetzt lass uns die beiden begrüßen gehen“ schlug sie vor. Die hatte vielleicht Nerven, wie sollte ich ihm denn jetzt noch gegenübertreten? Er hatte gesehen wie ich mit einem anderen herumgeknutscht hatte, obwohl Lexi hatte vielleicht doch recht, ich sollte ihm zeigen was er verpasste und genau das, beschloss ich zu tun.
Ich atmete aus und ging mit Lexi zurück ins Wohnzimmer, wo sich Ian bereits mit Shannon und Jared zu unterhalten schien.
„Hi Shannon, schön dass ihrs geschafft habt“, warf Lexi freudestrahlend in die Runde und drückte Shannon einen Kuss auf die Wange.
„Wow, Lex du siehst heiß aus“, erwiderte Shannon breit grinsend und haute ihr gespielt fest auf den Po.
Jared stand immer noch unschlüssig herum und kaute auf seiner Unterlippe.
„Wie ich sehe habt ihr euch bereits bekannt gemacht?“, fragte ich Ian, der mich in seine Arme zog.
„Ja, wir kennen uns vom sehen…Als Schauspielkollegen..“
„Jaja, man kennt sich, schon klar“, gab ich gespielt genervt zurück und lächelte.
„Schön dass ihr da seid Jungs, viel Spaß, amüsiert euch“
„Mit Sicherheit“, murmelte Shannon und spielte mit Lexis Teufelsschwanz, während sie ihm eine Olive aus ihrem Martini verführerisch in den Mund schob.
„Okay also wenn ihr was braucht schreit einfach“, lächelte ich und wollte mich gerade umdrehen und mit Ian verschwinden, als ich eine wundervolle Stimme vernahm. „Kat, ich …..ähm…könnte ich vielleicht kurz…. mit dir sprechen?“
Verwundert sah ich ihn an, nickte aber schließlich. „Ich bin gleich wieder da“, sagte ich zu Ian und ging Richtung Terrasse voraus. Da sich die Party im inneren des Hauses abspielte und sich auch so langsam auflöste, war es menschleer am Pool. Ich setzte mich an den Rand des Beckens und ließ meine Füße hineinbaumeln. Das kalte Wasser war erfrischend, da ich den ganzen Tag auf meinen High Heels herumgelaufen war.
Jared setzte sich zu mir, ich starrte ins Wasser, wollte mich nicht in seinen Augen verlieren.
„Also….“, sprach ich nach einem Moment der Stille und machte den Fehler in doch anzusehen. Er war so wunderschön. Seine Augen glänzten im Mondschein, das schwache Außenlicht und das unseres Pools gab der ganzen Situation etwas Romantisches und genau jetzt wünschte ich mir nichts sehnlicher als ihn zu küssen…
Ich musste den Gedanken abschütteln, ich musste ihn vergessen, dürfte mich mit solchen Wunschgedanken nicht mehr aufhalten.
„Danke für die Einladung… normalerweise geh ich nicht…na ja…“ druckste er herum.
„Es ist Halloween… Feiert nicht jeder gern Halloween…“
Er schwieg, also versuchte ich wieder das Gespräch in Gang zu bringen. „Trotzdem schön, dass ihr gekommen seid. Ehrlich gesagt hätte ich nie damit gerechnet“
„Shannon wollte sie sehen“, gab er fast tonlos zurück.
„Und er hat dich mit gezerrt?“
„So ungefähr“ Er lächelte und ich musste mich selbst wieder zur Liaison bringen, da ich mich auch darin verlor. Jared hatte so ein bezauberndes Lächeln, seine Augen funkelten und ich war mir nicht sicher, was das hier gerade zu bedeuten hatte.
„Du wolltest mit mir sprechen?“, brachte ich zögernd hervor und merkte wie mein Atem sich unweigerlich beschleunigte.
Jared leckte sich unbewusst über die Lippen und meine Gedanken fingen an völlig verrückt zu spielen. Ich stellte mir vor, wie er mich mit seiner Zunge verwöhnen würde, wie er mit ihr meinen Körper erkundete und musste mir ein Stöhnen fast verkneifen. Angesichts der Tatsache dass wir uns nur unterhielten, war es fast lächerlich, aber ich spürte wie ich feucht wurde, so sehr erregte mich seine bloße Anwesenheit.
Dieser Mann war pures Dynamit, brachte mich auf Hochtouren ohne überhaupt irgendetwas mit mir anzustellen. Sein Bein berührte unabsichtlich das meine und ich bekam augenblicklich eine Gänsehaut. Er saß so dicht bei mir, sein Duft umwirbelte mich und ich versank völlig in Gedanken.
„Kat? Hast du mir zugehört?“ fragte er etwas lauter mit Nachdruck in der Stimme.
„Bitte…? Oh entschuldige….“, verdammt er hatte etwas gesagt und ich hatte es wegen meiner Tagträumerei nicht mitbekommen. KAT, VERDAMMT!!!
„Ich hab nur gesagt, wie leid es mir tut, ich wollte dich nach dem Drive nicht so anfahren. Es ist nur…. Es gibt viele Mädchen, die nun ja…“
Versuchte er sich da gerade tatsächlich bei mir zu entschuldigen?
„Es tut mir jedenfalls leid und ich wollte mich bei dir entschuldigen. Du hast recht, ich kenne dich nicht und es war falsch“
Zustimmend nickte ich und hoffte er würde weiter reden, denn seine harmonische Stimme war wie Musik in meinen Ohren, aber zu meiner Enttäuschung schwieg er wieder und sah mich einfach nur mit großen Augen an.
„Woher der Sinneswandel, hat dich dazu auch Shannon gezwungen?“, platzte es aus mir heraus.
„Nein, nein… Ich hab mir nur so meine Gedanken gemacht und ich wollte dir eben sagen, dass es falsch war und ich kenne deinen Dad, er ist ein guter Mensch. Kat, man kann nicht vorsichtig genug in diesem Business sein, gibt genug Leute, die einem was schlechtes wollen….Ich bin nur vorsichtig“
„Natürlich, ist okay, ehrlich“
Sein Blick traf meinen und mein Herz setzte einen Moment aus.
„Du bist so anders, weißt du…. So nett… und..naja ich war so abweisend zu dir…dabei wolltest du doch nur…na ja nett sein eben“
„Hm….“
„Ist das dein Freund?“, fragte er schließlich und ich erstarrte.
„Wen meinst du? Ian?“
„Ja, Ian. Er scheint ein netter Kerl zu sein“
„Das ist irgendwie kompliziert“
„Also jein?“ Wieder lächelte er und auch ich musste schmunzeln.
„Du weißt wie es ist in diesem Business, nichts ist von Dauer und das ist na ja… wir wissen beide glaube ich noch nicht so ganz, wo sich das mit uns hin bewegt, wenn du mich jetzt also fragst, ob ich mit Ian fest zusammen bin, dann würde ich nein sagen“
„Aber es läuft was zwischen Euch?“, hakte er weiter nach und ich sah ihn erstaunt an.
„Wieso interessiert dich das? Ich meine… bis vor ein paar Minuten dachte ich noch du hältst mich für eine totale Schlampe..“, die ich ja in Wahrheit auch bin, fügte ich in Gedanken hinzu, „und jetzt… Was willst du von mir Jared?“
„Es tut mir leid, ich weiß es nicht…Ich wollte mich einfach nur unterhalten“, verteidigte er sich.
„Und mich so über mein Liebesleben ausfragen, geschickt eingefädelt Jared, wirklich. Ich frage dich auch nicht aus, mit wem du gerade Sex hast“, erwiderte ich aufgebracht, was bildete dieser Typ sich eigentlich gerade ein.
„Es war dumm damit anzufangen….tut mir leid“
„Hör auf dich ständig zu entschuldigen, verdammt.“ Mittlerweile war ich aufgestanden und fuhr mir genervt mit beiden Händen durch die Haare.
Jared stand nun ebenfalls auf und kam einen Schritt auf mich zu.
„Ich wollte das wirklich nicht…es ist nur so… es ist mir herausgeplatzt…ich bin nicht gut in solchen Dingen, verstehst du“
„In was für Dingen, ich verstehe langsam überhaupt nichts mehr, was willst du von mir, verdammt?“, brüllte ich energisch und was dann passierte, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet…

Jared überbrückte den letzten Abstand zwischen uns, sah mir kurz in die Augen, suchte offenbar nach irgendeinem Zeichen oder so etwas, bevor er sanft seine Lippen auf meine niedersinken ließ und mich zärtlich küsste….

Montag, 7. Dezember 2009

Kapitel 5

Kat Pov

„Es ist nicht nur Sex Kat, ich mag dich“, hatte er gesagt.
Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Also entschloss ich mich nicht weiter etwas dazu zu sagen, stattdessen hatte ich ihn hemmungslos geküsst und wir hatten wieder einmal eine wunderbare Nacht zusammen verbracht.
Als ich am nächsten Morgen erwachte, war die andere Bettseite leer. Ich nahm an dass er bereits gegangen war, ich tapste ins Badezimmer und erledigte meine Morgentoilette. Ich wollte mich gerade wieder in mein Bett kuscheln, als ich von der unteren Etage her Stimmen und Gelächter vernahm.
Neugierig wie ich nun mal war, schlich ich mich nach unten. War Lexi etwa immer noch auf? Eigentlich wollte ich sie ja nicht in Flagranti erwischen, aber schon als ich die Treppe erreichte, umwirbelte mich frischer Kaffeegeruch und so konnte ich nicht anders als weiter hinunter in die Küche zu gehen.
Mich traf fast der Schlag, als ich zwei sehr leicht bekleidete Männer in unserer Küche vorfand. Verwirrt sah ich mir das Schauspiel an, welches sich mir bot.
Ian stand am Herd und schwenkte etwas in einer Pfanne, während der andere junge Mann unseren Esstisch deckte.
Verwirrt zog ich die Stirn kraus und beobachtete sie, bis Ian mich bemerkte und mich liebevoll angrinste.
„Guten Morgen Schlafmütze, ich dachte ich mach uns Frühstück“
„Hm…“, mein Blick huschte zu dem anderen Kerl und ich sah ihn fragend an.
„Oh das ist Rob, offenbar die neue Bekanntschaft von Lexi“
„Aha…“, sagte ich schmunzelnd und trat zu Ian an den Herd. „Ich bin Kat“
„Guten Morgen Kat!“, begrüßte er mich und kam hinter dem Tisch hervor, erst jetzt bemerkte ich dass er völlig nackt war.
Ich sah betreten zur Seite, während Rob grinste und verschwand.
„Du hättest erwähnen sollen, dass er nackt ist“, flüsterte ich Ian leise zu.
„Tu nicht so als hättest du noch nie einen nackten Mann gesehen“, lachte er.
„Was machst du da?“, fragte ich neugierig und versuchte einen Blick in die Pfanne zu erhaschen.
Er drehte sich zu mir und legte seine Arme um meine Hüfte, zog mich näher zu sich heran. Ganz langsam beugte er sich zu mir hinunter und streichelte mit einer Hand leicht meine Wange, hauchte mir einen zarten Kuss auf meinen Mund, den ich nur zu gern erwiderte.
„Frühstück“, hauchte er leise.
„Was…?“
Er löste sich grinsend von mir und wandte sich wieder der Pfanne zu. „Du wolltest wissen, was ich mache und ich mache Frühstück“
Ich umarmte ihn von hinten und legte meinen Kopf auf seinen nackten Rücken, seufzte dabei wohlig auf.
„Das ist sehr lieb Ian, daran könnte ich mich gewöhnen“
„Ich auch“, hörte ich eine vertraute Stimme sagen und blickte augenblicklich zur Tür in der Lexi und ein bekleideter Rob standen. „Was ein Service, guten Morgen“
Lexi setzte sich an den gedeckten Tisch und rief mich zu sich. „Lass das die Männer mal machen“
Ich folgte ihrem Beispiel und setzte mich ebenfalls an den Tisch. Verwundert sah ich Lexi an, aber sie kicherte nur. Rob und Ian kamen mit jeweils zwei Tellern in den Händen an den Tisch.
„Ui, Rührei und Speck, wie gut einen Mann zu haben der kocht. Kat, den solltest du dir warm halten“, grinste Lexi und begann ihr Essen in sich hinein zu schaufeln.
Ich warf ihr einen bösen Blick zu und bedankte mich bei Ian dafür dass er sich solche Umstände machte.

Nachdem wir alle zusammen gefrühstückt hatten, verabschiedete sich Rob, Lexi begleitete ihn noch nach draußen.
„Sag mal… läuft das immer so hier?“, wollte Ian neugierig wissen, während ich den Geschirrspüler einräumte.
„Ähm…was genau meinst du?“
„Mit dem Männern?“
Seufzend stieß ich die Spülmaschinentür zu. „Nicht immer… Normalerweise machen sie uns kein Frühstück“, sagte ich schmunzelnd, ging auf ihn zu und legte meine Arme in seinen Nacken, ich wollte ihn ablenken, er stellte definitiv zu viele Fragen.
Er wusste dass ich vor hatte ihn abzulenken und entzog sich mir. „Wir müssen darüber nicht reden… Das ist eure Sache“
„Hm…“
„Aber ich würde dich gerne sehen, wenn ich in der Stadt bin“
„Okay“, antworte ich und biss mir auf die Unterlippe. Was dachte er, was das mit uns werden sollte?
Er war ein guter Fick, okay wir hatten jetzt schon mehr als einmal gefickt und es war verdammt geil gewesen, ich war gern mit ihm zusammen, aber worauf dachte er würde das mit uns hinauflaufen?
„Ich bin die nächsten Tage nicht in der Stadt…“
„Okay“, sagte ich wieder.
„Wir drehen“, erklärte er und strich mir über mein Haar.
„Ian, du bist mir keinerlei Rechenschaft schuldig, nur weil du deinen Schwanz in mir hattest“
Er seufzte und sah mich durchdringend an. „Ich muss los… Ist es okay wenn ich dich anrufe?“
„Ähm klar...“, antwortete ich verwirrt, er streckte mir sein Handy entgegen, damit ich meine Nummer eingeben könnte.
Als ich es ihm zurückgab, zog er mich näher an sich heran und küsste mich leidenschaftlich. „Bis bald Kat“, hauchte er leise, klopfte mir sanft auf den Po und verschwand durch die Hintertür nach draußen.

„Erde an Kat!!! Was zum Teufel war das???!!“, quietschte eine Stimme und ich fuhr herum und sah Lexis überraschten Gesichtsausdruck.
„Ich … ähm.. .keine Ahnung“
„Oh mein Gott, er will was von dir Kat, er will was von dir??!!!“, schrie Lexi vergnügt auf.
„Natürlich will er Sex von mir“
„Nein, er will mehr… siehst du nicht wie er dich ansieht. Scheiße, Ian scheint echt interessiert an dir zu sein“
„Ähm ja… und wovon träumst du nachts Lexi?“, gab ich gleichgültig zurück, als ob Ian jemals irgendetwas außer Sex mit mir haben wollte, welch absurde Idee.
„Warum musst du immer alles so negativ sehen?“
„Ich sehe nichts negativ, ich bin nur nicht so realitätsfremd wie du offenbar gerade“
„Ich glaube du hast da was nicht richtig verstanden…“, murmelte Lexi leicht säuerlich.
„Ach und das wäre?“, erstaunt sah ich sie an. Hatte ich irgendetwas nicht mitbekommen? Heckte sie etwa schon wieder einen Plan aus, in den ich noch nicht eingeweiht war?
„Naja, also ich hab da so eine Idee…“
„Und?“ Boa, ich hasste es, wenn ich ihr alles einzeln aus der Nase ziehen musste.
„Du kennst doch mein Problem dass ich mit Paul habe…“
„Du kannst kein Problem mit ihm haben, weil du ihn nicht hast, Lex“ gab ich feststellend zurück.
„Genau darin liegt ja mein Problem und ich dachte wenn du und Ian jetzt.. naja also wenn ihr euch näher kommt…dass ich und Paul…“
„ALEXIS vergiss es“
„Oh komm schon Kat, so wie es scheint, hat Ian Interesse, er taucht hier unangemeldet auf, will dich sehen, will dich anrufen.. Hallo dieser Mann ist offensichtlich ein Sexgott und kann auch noch geil Kochen, er hat uns Frühstück gemacht… und du könntest mir mit seiner Hilfe bei meinem Paul-Problem helfen“
„Wir nennen es jetzt also dein Paul-Problem?“
Lexi nickte heftig „Japp, mein Paul-Problem, kurz PP“
„Dann hätte ich ja quasi auch ein JL Problem oder kürzt man dass dann JP ab?“
Verwirrt sah mich Lexi an. „Bitte was?“
„Jared, falls du dich dran erinnerst, wollte ich die Jared Leto – ich krieg dich ins Bett du Sau- Sache angehen, mich voll und ganz ihm widmen und jetzt verlangst du von mir Ian etwas vor zu machen nur damit du Paul ficken kannst?“
„Naja ganz so hätte ich das nicht ausgedrückt, aber das trifft es in etwa außer der Tatsache mit Ian. Ich denke du wirst ihm da nicht all zu viel vormachen müssen, weil… bitte hass mich nicht, aber du MAGST IHN!“ Als sie die letzten zwei Worte aussprach, wich sie instinktiv einige Schritte vor mir zurück.
„Ähm… also Lexi… wie zur Hölle kommst du denn darauf?“, stammelte ich ein wenig unbeholfen herum.
„Du magst ihn Kat… Ich kenne dich… Ich sehs an deinen Augen…“
Ich schluckte den Klos, der sich in meinem Hals bildete hinunter und seufzte schwer. Verdammt, sie kannte mich einfach zu gut.
„Und wenn… das ändert nichts an der Situation“
„Das ändert sehr viel Süße und das weißt du auch…“
„Nein Lexi, du weißt, wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe…dann…“
„Ja ich weiß… dann bist du sehr ehrgeizig, das sind wir alle… Aber mach dir das mit Ian nicht kaputt..“
„Da gibt es nichts kaputt zu machen Lexis, verdammt, wir ficken nur miteinander“
„Die frage ist nur wie lange NUR NOCH!“
Ich wandte den Blick von ihr ab und schüttelte energisch den Kopf.
„So ist das nicht mit ihm… Natürlich ist er süß, aber Lex, hör auf mir da irgendwas einreden zu wollen, was nicht der Wahrheit entspricht“
„Okay, ganz wie du meinst, aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Er mag dich wirklich Kat“
„Ich mag auch viele Schwänze, na und, das bedeutet gar nichts“, giftete ich zurück, drehte mich um und verschwand aus der Küche.
Hastig lief ich in mein Zimmer, direkt hindurch zum Badezimmer und sprang unter die Dusche.

Sollte Lexi etwa Recht behalten? Ich meine, wir waren auf keine Beziehung mit den Typen aus, mit denen wir schliefen. Wir liebten es unabhängig und frei zu sein. Niemals hätte ich mir erträumen lassen, eine Beziehung mit einem solchen Mann haben zu können?
Warum machte ich mir überhaupt Gedanken darüber, ich kannte Ian doch kaum. Ich fickte mit ihm, es war Sex auf Anruf, mehr nicht, einfach nur Sex. Verdammt guter Sex und ja ich mochte ihn. Er hatte etwas an sich, was ich sehr reizvoll fand aber deswegen musste man sich doch nicht direkt in jemanden verlieben oder?
Was war schon Liebe? Bisher war ich nur einmal richtig verliebt gewesen und bitterlich enttäuscht worden, seitdem hatte ich der Liebe abgeschworen und vergnügte mich nur noch, was sich dennoch aus zahlte, immerhin hatte ich dabei meinen Spaß und kam auf meine Kosten, was wollte ich also mehr?

Ich überlegte die ganze Zeit hin und her, wie ich das nun mit Jared weiter anstellen sollte und auch Lexis Worte gingen mir weiterhin durch den Kopf. Ich versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen und rief Bridget an. Sie war eine kleine billig Westhollywood Schlampe, die es wirklich mit jedem trieb, Lexi und ich waren da anders, wir hatten wenigstens Ansprüche, aber Bridget nahm jeden, egal welchen gesellschaftlichen Status oder Vorteil sie daraus schließen konnte.
Von Bridget erfuhr ich jedenfalls, dass heute Abend in LA ein Video gedreht werden sollte und dass jeder, der ein Fahrrad besaß, eingeladen war mit den Jungs von 30 Seconds to Mars mit zu fahren, die Szenen wollten sie für ihren neuen Videoclip verwenden. Ein Grinsen machte sich auf meinen Gesicht breit, ich bedankte mich bei Bridget für die Information und beendete das Gespräch. Sie wusste wirklich immer, wo und wann etwas in Hollywood ging.
Wie gut traf es sich da, dass ich den Abend dazu nutzen konnte um mich an Jared heran zu machen? Plötzlich fiel mir nur ein kleines Problem ein… Scheiße, ich besaß gar kein Fahrrad und ohne Fahrrad keine Möglichkeit dabei sein zu können. Verdammt!!!
„Leeeeeeeeeeeeeeeeexi“, schrie ich verzweifelt aus und rannte aus meinem Zimmer und knallte fast in sie hinein.
„Himmel, was ist denn? Musst du so rumschreien?“
„Lexi wir brauchen Fahrräder! Woher kriegen wir auf die Schnelle Räder?“
„Wozu brauchen wir Fahrräder?“, fragte sie verwundert.
„Ich hab eben mit Bridget gesprochen….“ Lexi hob fragend eine Augenbraue.
„Heute Abend findet ein Ride statt und wir brauchen Räder um da mit zu machen“
„Was zum Teufel soll das sein?“, fragte Lexi entgeistert weiter.
„30 Seconds to Mars haben alle Fans und Leute die Lust haben eingeladen dabei zu sein, wir fahren durch LA mit den Bikes, das wird toll…“
„Spinnst du? Weißt du wie lange ich nicht mehr auf nem Rad gesessen habe, geschweige denn der Tatsache Kat, dass wir keine Räder haben??“
„Deswegen kaufen wir uns doch welche“, grinste ich. „Also komm…“
„Warum sollte ich mitkommen? Nenn mir einen vernünftigen Grund?“
Ich seufzte. „Hör zu wenn du mir bei meinem JP hilft helf ich dir bei deinem PP, Deal?“
„Du hilfst mir bei meinem Paul Problem?“, sie stieß einen kleinen Freudenschrei aus und fiel mir dabei um den Hals.
„Ja aber nur wenn wir jetzt Räder kaufen gehen und da heute Abend hinfahren. Ich habe Jared immer noch nicht abgeschrieben“
„Okay, okay…. Dann los.. Ich weiß auch schon genau wo wir hinmüssen“, erklärte Lexi mit einem teuflischen Grinsen im Gesicht und zog mich an meiner Hand in Richtung Auto…


******

Nach gut drei Stunden Extrem Shopping waren wir wieder zu Hause. Wir hatten unsere Räder, naja es waren eher Shopper aber wir konnten gut darauf fahren und natürlich hatten wir uns auch neu einkleiden müssen. Okay zu gegeben Lexi hatte sich ein paar neue Schuhe gekauft, nachdem ich ihr eine gute Stunde zu erklären versucht hatte, wie gefährlich es war, auf einem Fahrrad mit High Heels zu fahren. Jetzt war sie in Besitz Jimmy Choo Ballerinas und strahlte übers ganze Gesicht.

theride

„Was denn?? Du wolltest, dass ich flache Schuhe kaufe?“
„Ja, aber es hätten auch ein paar Sneakers sein können Lex“
„Hätte, hätte… Hätte… Wir werden immerhin Videos Stars, da will ich auch nach was aussehen, Kat“
„Videostars… ist klar…“
„Denkst du nicht, dass wir entdeckt werden? Schau uns mal an, wir sehen heiß aus und dass wird auch Jared heute Abend feststellen“, aufmuntert zwinkerte sie mir zu.
„Ich hoffe es Lex“, murmelte ich leise und schnappte mir mein Rad. „Können wir?“
„Japp… Gott… ich werde mich wahrscheinlich umbringen, aber ich bin bereit für eine Radtour quer durch LA“, lachte Lexi und stieg ebenfalls auf ihren Drahtesel und wir machten uns auf den Weg zum Treffpunkt.
Es war bereits kurz vor Acht als wir diesen endlich erreichten, sofort wurden wir abgefangen von Sicherheitspersonal.
„Entschuldigung aber hier können Sie nicht durch. Die Strecke ist komplett gesperrt“, erklärte einer der Herren freundlich.
„Ja das wissen wir, wir möchten…also…“
„KAAAAAAAAT????“, schrie plötzlich jemand aus der Dunkelheit, abrupt drehte ich mich in die Richtung aus der die Stimme kam und sah Shannon ins Licht treten. Überrascht grinste er mich an und schritt weiter auf uns zu.
„Das geht schon Ordnung Mitch. Die beiden gehören zu uns“
Der Mann nickte und ließ Lexi und mich passieren.
„Hey, was machst ihr denn hier?“
„Ich dachte mir ihr hättet nichts dagegen, wenn Lexi und ich euch Gesellschaft leisten“
Shannons Grinsen wurde immer breiter. „Ganz und gar nicht… Hi Lexi“
„Shannon…“, begrüsste ihn Lexi schmunzelnd und ließ sich von ihm drücken.
„Was sind das für Bikes? Sind das eure? Die sehen ja… wow, stylisch… Ich bin bisher nur einmal auf so einem Teil gesessen… Darf ich mal?“ Fragend sah er mich an und deutete auf mein Rad, nickend übergab ich es ihm und schon brauste er davon.
Zum Glück wusste Lexi, wann sie die Klappe zu halten hatte und ich wusste, sie würde vor niemanden ausbreiten, dass wir bis vor fünf Stunden noch gar keine Räder besessen hatten.
Lexi grinste mich immer noch von der Seite her an, wofür sie einen bösen Blick erntete.
„Was? Ich hab doch gar nichts gesagt…“
„Gesagt nicht, aber gedacht…“, gab ich unvermittelt zurück.
„Seit wann kannst du Gedanken lesen?“ kicherte sie.
Shannon kam zurück und bremste direkt vor mir, aber er war nicht alleine, er hatte seinen Bruder im Schlepptau, den ich zuerst gar nicht bemerkte.
„Verdammt Shannon….“, maulte ich als er mir über die Füße fuhr.
„Sorry Kat, da war der Bremsweg wohl zu lange“, lachte er und ich schaute entnervt auf in die wunderschönen blauen Augen von Jared, der sich ein Lachen verkniff.
„Was ist so witzig?!“
„Was du sagst nicht mal Hallo zu mir und pflaumst mich gleich an? Wo ist deine Höfflichkeit geblieben, Kat?“
Ich wollte gerade etwas erwidern, als ich verstummte, mein Herz setzte aus. Er kannte meinen Namen. Verwirrt starrte ich ihn an, konnte es kaum glauben.
Natürlich bemerkten alle um mich herum meine Sprachlosigkeit, was mir ungeheuer peinlich war.
Jared stieg von seinem Fahrrad und beugte sich nah zu mir. „Was, heute gar keine Paroli? Du bist doch sonst nicht so sprachlos Kat?“, hauchte er leise und ich konnte seinen Atem auf meiner freiliegenden Haut spüren. Sein fantastischer Duft umwirbelte mich und raubte mir beinahe den Verstand.
Meine Atmung beschleunigte sich als er mit einer Hand eine Strähne meines vom Fahrtwind verwehten Haares hinter mein Ohr strich.
„Alles in Ordnung?“, fragte er und ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbildete, aber er klang wirklich irgendwie besorgt.
„Ähm ich bin nur verwundert… dass ist alles…“
„Jared, lass das Mädchen jetzt, du verwirrst sie“, lachte Shannon laut und Lexi hörte ich ebenfalls kichern.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht… verwirren“, verwundert hob er eine Augenbraue.
Ich atmete kurz durch und versuchte mich nicht mehr wie ein Idiot aufzuführen und sah ihn grinsend an. „Das hast du nicht.. Ich war einfach überrascht, dass du mit mir redest, das ist alles“
„Warum sollte ich nicht mit dir reden Kat?“
„Weil du es noch nie getan hast“, ich nahm mein Fahrrad von Shannon entgegen und stieg auf. „Lex kommst du, sehen wir uns ein wenig um?“
„Seit in ner halben Stunden da hinten am Trailer, da ist die Maske, ich sag Maya dass ihr kommt“
„Maske? Denkst du ich muss ernsthaft in die Maske Shannon?“, scherzte Lexi.
„Nein, natürlich nicht Lexi, aber ihr musst noch mal abgepudert werden, damit ihr in der Aufnahme nicht glänzt, also verfahrt euch nicht“, provozierend wackelte Shannon mit den Augenbrauen. Ich schüttelte schmunzelnd den Kopf, wartete auf Lexi und gemeinsam erkundeten wir ein wenig das Set.


Wie mit Shannon abgesprochen standen wir eine halbe Stunde später vor dem Trailer von Maya und ihrem Team. Schnell wurden wir abgepudert und konnten wieder von dannen ziehen.
Draußen stand bereits eine riesige Menschenmenge auf ihren Rädern und umringte Jared, Shannon und Tom.
Shannon sah uns schon von Weitem und winkte uns freudig zu.
„Er steht auf dich“, bemerkte Lexi leise.
„Ich weiß, aber ich nicht auf ihn“
„Glaub mir, das weiß er auch“
„Ist es so offensichtlich?“
„Naja deine Stotteraktion mit Jared hat nicht gerade dazu beigetragen, alle Anwesenden vom Gegenteil zu überzeugen…“
„Scheiße“
„Kat so schlimm war das nicht, du klangst eben nur ein wenig verwirrt und wer wäre das nicht, wenn Jared Leto mit einem flirten würde“
Überrascht sah ich sie an und sie nickte mit bestätigend zu. Ich hatte es mir also nicht nur eingebildet, er hatte wirklich mit mir geflirtet.
Ein Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit und ich fühlte mich aus einem seltsamen Grund heraus total glücklich. Er hatte mich bemerkt, endlich!


Der Regisseur gab das Zeichen und es ging los. Jared, Tomo und Shannon setzen sich in Bewegung und fuhren los und der Rest einfach hinterher. Das ganze stundenlang und Lexi warf mir ab und zu entnervte Blicke zu, ich wusste, sie tat es nur mir zuliebe und dafür war ich ihr unendlich dankbar. Die Zeit verging wie im Flug, obwohl wir nichts anderes taten, als durch LA zu fahren.

Eine lange Nacht lag hinter uns und der Morgen brach so langsam an, als die Jungs sich um ihre Fans versammelten und allen für ihre Teilnahme dankten.
Lexi und ich wollten uns gerade aus den Staub machten, als Shannon uns zu sich rief.
„Hey, danke, dass ihr dabei wart, ich hoffe ihr habt Spaß gehabt“
„Ja, das schon, aber ehrlich gesagt, ich bin total erledigt Shannon, soviel Bewegung hatte ich lange nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne“, scherzte Lexi grinsend und Shannon stimmte in ihr Lachen mit ein.
„Also wenn ihr wollt.. Wir gehen jetzt noch frühstücken, ihr könnt gerne mitkommen“, fragend sah er uns an.
Mein Blick ging zu Lexi und sie hob unentschlossen die Schultern. Ihr war es also egal, super. Würde er es nicht zu aufdringlich finden, wenn wir uns jetzt ihm und seinem Bruder noch zum Frühstück aufdrängten?
Mir wurde allerdings die Entscheidung abgenommen als Jared zu uns trat.
„Hey, war ne aufregende Nacht was?“
„Ja, hat Spaß gemacht“, gab ich tonlos zurück.
„Ähm, also wir wollen noch was essen gehen, vielleicht wollt ihr ja mitkommen“
Erstaunt wich mein Blick wieder zu Lexi, die mich nickend angrinste.
„Sicher“, mehr brachte ich nicht heraus.
„Cool, ich kenn einen netten kleinen Laden, nicht weit von hier. Ich glaube wir sind heute auch schon dran vorbeigefahren“, erklärte Jared ganz lässig und stieg wieder auf sein Bike.
Gott dieses Radfahren heute musste sich doch mal irgendwann auszahlen. Ich war total erledigt, müde und hungrig.
Schweigend folgten wir Jared und Shannon durch die recht leeren Strassen von LA, bis sie vier Blocks weiter vor einem kleinen Laden stehen blieben, der….














… geschlossen hatte.
„Shit“, hörte ich Jared leise fluchen.
„Das macht doch nichts… Wir sind sowieso müde. Komm Lex fahren wir nach Hause. Ich will nur noch ins Bett“
„Wir können auch noch …es gibt bestimmt noch andere…“, versuchte Shannon vorzuschlagen, aber ich winkte ab.
„Danke, aber wir sollten wirklich langsam ins Bett. Kommt gut nach Hause, man sieht sich. Lex kommst du?“
„Kat… also…“ Sie kam auf mich zu und flüsterte mir ins Ohr, dass sie gerne mit Shannon mitgehen würde und ob ich etwas dagegen hätte. Ich versuchte ein Grinsen aufzusetzen, aber selbst dazu war ich kaum noch im Stande vor Müdigkeit.
„Okay, dann bis später irgendwann Lex. Ciao Jared, ciao Shannon“

Ich wollte gerade davon radeln, als ich bemerkte dass mir jemand folgte. Verwirrt schaute ich zur Seite und sah Jared neben mir auftauschen.
„Auch wenn du in dieser Stadt zu Hause bist, solltest du nicht um diese Zeit alleine nach Hause fahren müssen“
„Oh – okay, danke schön“
„Kein Problem“, gab er nickend zurück. Es war nett dass er mich nach Hause bringen wollte, aber auch seltsam zugleich, da wir während des Heimweges fast nur schwiegen.
Als wir die Auffahrt zu unserem Haus passierten und ich stoppte, hielt er neben mir an und sah sich schmunzelnd um.
„Nette Wohngegend“
„Hm… Mein Vater ist Immobilienmakler… und seitdem Lexi und ich hier an der Uni studieren, hat er uns das Haus zur Verfügung gestellt“
„Nett von ihm“, sagte er fast tonlos und ich wusste was er von mir dachte, das war offensichtlich.
„Jared… Ich bin nicht so eine… Ich weiß wofür mein Vater arbeitet und er arbeitet hart“
„Und gebt ihr auch etwas davon zurück oder verschwendest du nur alles wie deine kleine Freundin“, sagte er barsch.
„So sind wir nicht, du kennst uns nicht Jared… Du hast heute zum ersten Mal mehr als ein Wort mit mir gesprochen, was gibt dir also das Recht so über mich zu urteilen?“
„Weil ich Mädchen wie dich zu genüge kenne“
Ich spürte wie Wut in mir aufkochte, mein Atem beschleunigte sich und ich ballte meine Fäuste zusammen, hatte jeden Moment das Gefühl explodieren zu müssen.
„Ich glaube es ist besser, wenn du jetzt gehst…“, brachte ich schwer atmend hervor.
Er schmunzelte, drehte sich um und fuhr davon. Bevor ich mein Fahrrad in unserer Garage verstaute, schrie ich ihm den Namen meines Vaters nach, denn John Matthews war nicht nur ein angesehener Immobilienmakler sondern spendete auch jedes Jahr diverse Millionen zu Gunsten von Hilfsorganisationen. Er war ein Name und anhand von Jareds abrupter Kopfbewegung in meine Richtung, wusste ich dass John Matthews ihm ebenfalls ein Begriff war.