Montag, 28. Dezember 2009

Kat Pov

Tage vergingen und ich hörte weder von Jared noch von Ian irgendetwas. Soviel zum Thema „Ich ruf dich an Kat“, das war doch mal wieder typisch Mann.
Lexi war kaum noch zu Hause, sie klebte völlig an Shannon, seit jener Nacht. Verbrachte jede freie Zeit mit ihm und auch mit Jared, da die beiden immer zusammen herumhingen.

Ich war dabei unsere alljährliche Halloweenparty auf die Beine zu stellen. Lexi wollte unbedingt Shannon dabei haben, weil sie sich erhoffte, er würde Jared mitbringen.
Ehrlich gesagt wollte ich ihn gar nicht sehen, das Jared Problem artete immer mehr aus und ich wusste nicht, ob ich ihn überhaupt jemals näher kennen lernen wollte oder es je eine Gelegenheit dazu geben würde.

„Erde an Kat, dein Handy klingelt seit Ewigkeiten, willst du nicht mal rangehen?“, holte mich Lexi aus meinen Gedanken.
Wir waren gerade dabei die letzten Spinnennetze unserer Halloweendekoration anzubringen.
„Ähm….“ Etwas verwirrt, darüber dass ich das Klingeln nicht gehört hatte, stieg ich von der Leiter und griff ich nach meinen Handy.
„Hey Sunshine, tut mir leid dass ich mich so lange nicht gemeldet hab. Wir sind total im Stress, drehen bis tief in die Nacht und ich wollte dich nicht stören und ehrlich gesagt…. Ich hab zwar ständig an dich gedacht, dachte aber du hättest besseres zu tun“ meldete sich Ian nachdem ich abgehoben hatte und klang irgendwie traurig.
Lexi formte mit ihren Lippen fragend „Wer“, natürlich wollte sie wissen, wer am anderen Ende der Leitung war.
„Hi Ian“, antwortete ich und Lexi machte einen erstaunten Gesichtsausdruck, wahrscheinlich war sie genauso überrascht wie ich es war. „Wie geht’s dir?“
„Ähm, ganz gut… froh dass ich erstmal frei habe und das ist auch der Grund warum ich anrufe… Ich denke ich habe einiges wieder gut zu machen“
„Ach denkst du das…“
„Willst du mich denn nicht sehn?“ Oh wie sehr ich solche Fragen hasste.
„Naja offenbar rufst du ja nur aus einem bestimmten Grund an oder nicht?“, gab ich gespielt gereizt zurück.
„Ich wusste dass du sauer sein würdest, weil ich mich nicht gemeldet habe… Kat, okay es tut mir leid, aber ich hatte echt viel um die Ohren. Ich bin froh, dass ich mir das Halloween Wochenende freischaufeln konnte. Also Baby, bitte tu mir einen Gefallen und lass es mich wieder gut machen…Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte“, bat er und zog das letzte Wort fast flehend in die Länge.
„Okay… ich bin schon sehr gespannt wie du mir beweisen willst, dass du nicht nur aus einem Grund angerufen hast“
„Ich hab dich vermisst Kat, wirklich. Also was machst du grade? Bist du allein?“
Ich seufzte theatralisch. „Allein…hm….. nicht ganz“
„Oh….“
„Lexi und ich hängen grad unsere Halloweendeko auf“ klärte ich ihn auf und hörte ihn erleichtert ausatmen. „Was habt ihr geplant für Halloween?“
„Wir feiern unsere all jährliche Halloweenparty“
Lexi flüsterte mir leise zu, dass ich ihn einladen sollte, was ich letztendlich auch tat.
„Klingt toll, bis später also“, erklärte er und legte auf.
„Bringt er Paul mit, hat er was gesagt?“, fragte Lexi aufgeregt nach.
„Keine Ahnung, aber schön dass das dein einziges Problem ist….“
„Wieso? Was sollte denn mehr mein Problem sein“
„Shannon“, gab ich fast tonlos zurück und verließ den Raum.
„Scheiße“, hörte ich Lexi noch sagen ehe ich nach oben in mein Zimmer schlich, um mich für die Party fertig zu machen.

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Ich trug gerade den letzten Lidstrich auf, als Lexi in ihrem aufreizenden Teufelskostüm in mein Zimmer stürmte. Von unten hörte ich bereits dass die Party im vollen Gange war.

CI.Hallo


„Kat…. Kommst du mal, alle fragen schon nach dir“, sagte sie tadelnd. Wir hatten eine Regel während all unseren Parties, die auch strickt eingehalten wurde. Die Party spielte sich nur im unteren Teil des Hauses ab, niemand hatte etwas in unseren Schlafzimmern zu suchen. Wir hatten die große Treppe mit Polizeiband abgesperrt und hofften, dass sich unsere Freunde, wie jedes Jahr daran hielten, das Obergeschoss nicht zu betreten.
„Ja ich komm gleich Lex, keinen Stress“, gab ich zurück. Sie nickte kurz und verschwand.
Kaum dass sie verschwunden war, wurde die Tür schon wieder geöffnet. „Lex, ich sagte doch ich komme gleich“, zischte ich, sah aber nicht auf, während ich meine Strümpfe mit Klebeband fixierte.
Die Person trat hinter mich und ich spürte deren heißem Atem in meinem Nacken, was mich erschaudern ließ. Das konnte unmöglich Lexi sein, ich hielt abrupt in meiner Bewegung inne und wollte mich umdrehen, als mich die Person herumwirbelte und sich seine warmen Lippen verlangend auf meine legten und in dem Moment wusste ich wer vor mir stand – Ian. Ich legte ihm zärtlich meine Hände in den Nacken und zog ihn noch dichter an mich heran, vertiefte den Kuss.
Außer Atem löste er sich von mir. „Wow, das nenn ich mal ne Begrüssung…obwohl ich ja so einen Empfang gar nicht verdient habe“
„Lass uns darüber nicht sprechen, wichtig ist nur dass du hier bist. Ich hab dir schon mal gesagt, du bist mir keinerlei Rechenschaft schuldig“
„Was ist, wenn ich das aber möchte…“
„Ian bitte, hör auf damit okay“
„Womit?“
„Du weißt genau was ich meine…“
„Nein weiß ich nicht…. Aber ich mag dich Kat, sehr sogar und ich möchte….“
Ein Klopfen unterbrach ihn, wofür ich sehr dankbar war. Er wollte mir doch wohl nicht gerade gestehen, dass er dabei war sich in mich zu verlieben oder?
Ian sah genervt zur Tür. „Mir scheint so als werden wir erwartet. Ich hab übrigens noch jemanden mitgebracht. Ich hoffe das ist okay“
„Klar“, erwiderte ich und öffnete die Tür, wen ich allerdings davor stehen sah, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.
„Das ist Paul, mein Kollege und das hier ist Kat“, stellte uns Ian einander vor
Ich gab ihm lächelnd die Hand, Lexi würde so was von ausrasten, wenn sie ihn hier sehen würde.
„Ich hoffe das ist okay, Ian erzählte mir dass ihr feiert und …na ja hier bin ich“
„Sicher…. Dann lasst uns mal unter das Volk mischen, Damon und Stefan Salvatore“
Verwundert sahen mich die beiden an. „Na eure Kostüme…“
„Aber…“, wollte Paul erwidern als ich ihn wieder unterbrach.
„Es passt doch perfekt, findet ihr nicht und das ohne großen Aufwand. Damon und Stefan Salvatore“
„Und als was gehst du?“, fragte Ian verführerisch und blickte mit großen Augen auf mein Outfit.
„Ich geh als sexy Elena, ist doch klar“
„Wo du Recht hast, hast du Recht Baby aber diesmal bekomme ich Elena, Stefan“, lachte Ian und Paul stimmte mit ein.

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Die Stunden vergingen und alle amüsierten sich gut. Lexi war total aus dem Häuschen dass Ian tatsächlich Paul mitgebracht hatte, überraschenderweise war Paul diesmal auch sehr gesprächig und Lexi hing somit den ganzen Abend über an ihm.
„Danke“, flüsterte ich Ian zu, während ich die beiden beobachtete. Er folgte meinem Blick und lächelte.
„Hab ich gern gemacht, er wusste nicht was er anstellen sollte, also hab ich mir gedacht, ich bringe ihn mit“
„Du wirst es nicht glauben, aber Lex wird dir ewig dankbar dafür sein“, erwiderte ich, ohne den Blick von Lexi und Paul abzuwenden.
„Und wie dankbar bist du mir?“
Ich drehte mich grinsend zu ihm um. „Das kann ich dir gerne zeigen…“, murmelte ich und legte sanft meine Lippen auf die seinen. Er intensivierte den Kuss sofort, bat mit seiner Zunge um Einlass, dabei drückte er mich so fest an sich dass ich seine Erregung im unteren Lendenbereich spüren konnte. Ich verlor jegliches Zeitgefühl und es kam mir vor wie eine Ewigkeit, in der wir hier in der Ecke standen und uns leidenschaftlich küssten.
Ich merkte nicht wie Lexi zu uns trat, erst als sie mich am Arm wegzog, lösten wir uns abrupt von einander.
„Was ist Lex?“, keuchte ich atemlos.
„Scheiße, die Letos sind hier“, flüsterte sie mir leise zu und machte eine Kopfbewegung in Richtung Tür und tatsächlich da standen sie. Shannon winkte uns lächelnd zu, während Jared nervös von einem Bein aufs andere trat und sich sichtlich unwohl zu fühlen schien.
„Entschuldigst du uns kurz“, bat ich Ian und verschwand mit Lexi in Richtung Küche.
„Hat er was gesehen?“
„Deine Show mit Ian, die hat jeder gesehen Kat!“
„Scheiße…“, verzweifelt verschränkte ich die Arme über meinen Kopf zusammen.
„Wo ist Paul?“
„Gegangen vor ner halben Stunde ungefähr, er wollte sich noch bei euch verabschieden, aber er wollte euch nicht stören“
„Und, wie wars mit Paul?“
„Ganz nett, wir haben uns nur unterhalten, aber immerhin, endlich ein Schritt in die richtige Richtung“
„Schön, dass alles so toll passt, der eine ist weg, der andere kommt… Verdammt“, gab ich giftig zurück.
„Hey ich kann nichts dafür…aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dass Jared das gesehen hat“
Fragend sah ich Lexi an. „Er hat gequält gewirkt, so als würde es ihm etwas ausmachen und Shannon hat auch schon angedeutet, dass Jared dich schon interessant findet“
„Interessant reicht nicht Lex“
„Warte doch erstmal ab und jetzt lass uns die beiden begrüßen gehen“ schlug sie vor. Die hatte vielleicht Nerven, wie sollte ich ihm denn jetzt noch gegenübertreten? Er hatte gesehen wie ich mit einem anderen herumgeknutscht hatte, obwohl Lexi hatte vielleicht doch recht, ich sollte ihm zeigen was er verpasste und genau das, beschloss ich zu tun.
Ich atmete aus und ging mit Lexi zurück ins Wohnzimmer, wo sich Ian bereits mit Shannon und Jared zu unterhalten schien.
„Hi Shannon, schön dass ihrs geschafft habt“, warf Lexi freudestrahlend in die Runde und drückte Shannon einen Kuss auf die Wange.
„Wow, Lex du siehst heiß aus“, erwiderte Shannon breit grinsend und haute ihr gespielt fest auf den Po.
Jared stand immer noch unschlüssig herum und kaute auf seiner Unterlippe.
„Wie ich sehe habt ihr euch bereits bekannt gemacht?“, fragte ich Ian, der mich in seine Arme zog.
„Ja, wir kennen uns vom sehen…Als Schauspielkollegen..“
„Jaja, man kennt sich, schon klar“, gab ich gespielt genervt zurück und lächelte.
„Schön dass ihr da seid Jungs, viel Spaß, amüsiert euch“
„Mit Sicherheit“, murmelte Shannon und spielte mit Lexis Teufelsschwanz, während sie ihm eine Olive aus ihrem Martini verführerisch in den Mund schob.
„Okay also wenn ihr was braucht schreit einfach“, lächelte ich und wollte mich gerade umdrehen und mit Ian verschwinden, als ich eine wundervolle Stimme vernahm. „Kat, ich …..ähm…könnte ich vielleicht kurz…. mit dir sprechen?“
Verwundert sah ich ihn an, nickte aber schließlich. „Ich bin gleich wieder da“, sagte ich zu Ian und ging Richtung Terrasse voraus. Da sich die Party im inneren des Hauses abspielte und sich auch so langsam auflöste, war es menschleer am Pool. Ich setzte mich an den Rand des Beckens und ließ meine Füße hineinbaumeln. Das kalte Wasser war erfrischend, da ich den ganzen Tag auf meinen High Heels herumgelaufen war.
Jared setzte sich zu mir, ich starrte ins Wasser, wollte mich nicht in seinen Augen verlieren.
„Also….“, sprach ich nach einem Moment der Stille und machte den Fehler in doch anzusehen. Er war so wunderschön. Seine Augen glänzten im Mondschein, das schwache Außenlicht und das unseres Pools gab der ganzen Situation etwas Romantisches und genau jetzt wünschte ich mir nichts sehnlicher als ihn zu küssen…
Ich musste den Gedanken abschütteln, ich musste ihn vergessen, dürfte mich mit solchen Wunschgedanken nicht mehr aufhalten.
„Danke für die Einladung… normalerweise geh ich nicht…na ja…“ druckste er herum.
„Es ist Halloween… Feiert nicht jeder gern Halloween…“
Er schwieg, also versuchte ich wieder das Gespräch in Gang zu bringen. „Trotzdem schön, dass ihr gekommen seid. Ehrlich gesagt hätte ich nie damit gerechnet“
„Shannon wollte sie sehen“, gab er fast tonlos zurück.
„Und er hat dich mit gezerrt?“
„So ungefähr“ Er lächelte und ich musste mich selbst wieder zur Liaison bringen, da ich mich auch darin verlor. Jared hatte so ein bezauberndes Lächeln, seine Augen funkelten und ich war mir nicht sicher, was das hier gerade zu bedeuten hatte.
„Du wolltest mit mir sprechen?“, brachte ich zögernd hervor und merkte wie mein Atem sich unweigerlich beschleunigte.
Jared leckte sich unbewusst über die Lippen und meine Gedanken fingen an völlig verrückt zu spielen. Ich stellte mir vor, wie er mich mit seiner Zunge verwöhnen würde, wie er mit ihr meinen Körper erkundete und musste mir ein Stöhnen fast verkneifen. Angesichts der Tatsache dass wir uns nur unterhielten, war es fast lächerlich, aber ich spürte wie ich feucht wurde, so sehr erregte mich seine bloße Anwesenheit.
Dieser Mann war pures Dynamit, brachte mich auf Hochtouren ohne überhaupt irgendetwas mit mir anzustellen. Sein Bein berührte unabsichtlich das meine und ich bekam augenblicklich eine Gänsehaut. Er saß so dicht bei mir, sein Duft umwirbelte mich und ich versank völlig in Gedanken.
„Kat? Hast du mir zugehört?“ fragte er etwas lauter mit Nachdruck in der Stimme.
„Bitte…? Oh entschuldige….“, verdammt er hatte etwas gesagt und ich hatte es wegen meiner Tagträumerei nicht mitbekommen. KAT, VERDAMMT!!!
„Ich hab nur gesagt, wie leid es mir tut, ich wollte dich nach dem Drive nicht so anfahren. Es ist nur…. Es gibt viele Mädchen, die nun ja…“
Versuchte er sich da gerade tatsächlich bei mir zu entschuldigen?
„Es tut mir jedenfalls leid und ich wollte mich bei dir entschuldigen. Du hast recht, ich kenne dich nicht und es war falsch“
Zustimmend nickte ich und hoffte er würde weiter reden, denn seine harmonische Stimme war wie Musik in meinen Ohren, aber zu meiner Enttäuschung schwieg er wieder und sah mich einfach nur mit großen Augen an.
„Woher der Sinneswandel, hat dich dazu auch Shannon gezwungen?“, platzte es aus mir heraus.
„Nein, nein… Ich hab mir nur so meine Gedanken gemacht und ich wollte dir eben sagen, dass es falsch war und ich kenne deinen Dad, er ist ein guter Mensch. Kat, man kann nicht vorsichtig genug in diesem Business sein, gibt genug Leute, die einem was schlechtes wollen….Ich bin nur vorsichtig“
„Natürlich, ist okay, ehrlich“
Sein Blick traf meinen und mein Herz setzte einen Moment aus.
„Du bist so anders, weißt du…. So nett… und..naja ich war so abweisend zu dir…dabei wolltest du doch nur…na ja nett sein eben“
„Hm….“
„Ist das dein Freund?“, fragte er schließlich und ich erstarrte.
„Wen meinst du? Ian?“
„Ja, Ian. Er scheint ein netter Kerl zu sein“
„Das ist irgendwie kompliziert“
„Also jein?“ Wieder lächelte er und auch ich musste schmunzeln.
„Du weißt wie es ist in diesem Business, nichts ist von Dauer und das ist na ja… wir wissen beide glaube ich noch nicht so ganz, wo sich das mit uns hin bewegt, wenn du mich jetzt also fragst, ob ich mit Ian fest zusammen bin, dann würde ich nein sagen“
„Aber es läuft was zwischen Euch?“, hakte er weiter nach und ich sah ihn erstaunt an.
„Wieso interessiert dich das? Ich meine… bis vor ein paar Minuten dachte ich noch du hältst mich für eine totale Schlampe..“, die ich ja in Wahrheit auch bin, fügte ich in Gedanken hinzu, „und jetzt… Was willst du von mir Jared?“
„Es tut mir leid, ich weiß es nicht…Ich wollte mich einfach nur unterhalten“, verteidigte er sich.
„Und mich so über mein Liebesleben ausfragen, geschickt eingefädelt Jared, wirklich. Ich frage dich auch nicht aus, mit wem du gerade Sex hast“, erwiderte ich aufgebracht, was bildete dieser Typ sich eigentlich gerade ein.
„Es war dumm damit anzufangen….tut mir leid“
„Hör auf dich ständig zu entschuldigen, verdammt.“ Mittlerweile war ich aufgestanden und fuhr mir genervt mit beiden Händen durch die Haare.
Jared stand nun ebenfalls auf und kam einen Schritt auf mich zu.
„Ich wollte das wirklich nicht…es ist nur so… es ist mir herausgeplatzt…ich bin nicht gut in solchen Dingen, verstehst du“
„In was für Dingen, ich verstehe langsam überhaupt nichts mehr, was willst du von mir, verdammt?“, brüllte ich energisch und was dann passierte, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet…

Jared überbrückte den letzten Abstand zwischen uns, sah mir kurz in die Augen, suchte offenbar nach irgendeinem Zeichen oder so etwas, bevor er sanft seine Lippen auf meine niedersinken ließ und mich zärtlich küsste….

Montag, 7. Dezember 2009

Kapitel 5

Kat Pov

„Es ist nicht nur Sex Kat, ich mag dich“, hatte er gesagt.
Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Also entschloss ich mich nicht weiter etwas dazu zu sagen, stattdessen hatte ich ihn hemmungslos geküsst und wir hatten wieder einmal eine wunderbare Nacht zusammen verbracht.
Als ich am nächsten Morgen erwachte, war die andere Bettseite leer. Ich nahm an dass er bereits gegangen war, ich tapste ins Badezimmer und erledigte meine Morgentoilette. Ich wollte mich gerade wieder in mein Bett kuscheln, als ich von der unteren Etage her Stimmen und Gelächter vernahm.
Neugierig wie ich nun mal war, schlich ich mich nach unten. War Lexi etwa immer noch auf? Eigentlich wollte ich sie ja nicht in Flagranti erwischen, aber schon als ich die Treppe erreichte, umwirbelte mich frischer Kaffeegeruch und so konnte ich nicht anders als weiter hinunter in die Küche zu gehen.
Mich traf fast der Schlag, als ich zwei sehr leicht bekleidete Männer in unserer Küche vorfand. Verwirrt sah ich mir das Schauspiel an, welches sich mir bot.
Ian stand am Herd und schwenkte etwas in einer Pfanne, während der andere junge Mann unseren Esstisch deckte.
Verwirrt zog ich die Stirn kraus und beobachtete sie, bis Ian mich bemerkte und mich liebevoll angrinste.
„Guten Morgen Schlafmütze, ich dachte ich mach uns Frühstück“
„Hm…“, mein Blick huschte zu dem anderen Kerl und ich sah ihn fragend an.
„Oh das ist Rob, offenbar die neue Bekanntschaft von Lexi“
„Aha…“, sagte ich schmunzelnd und trat zu Ian an den Herd. „Ich bin Kat“
„Guten Morgen Kat!“, begrüßte er mich und kam hinter dem Tisch hervor, erst jetzt bemerkte ich dass er völlig nackt war.
Ich sah betreten zur Seite, während Rob grinste und verschwand.
„Du hättest erwähnen sollen, dass er nackt ist“, flüsterte ich Ian leise zu.
„Tu nicht so als hättest du noch nie einen nackten Mann gesehen“, lachte er.
„Was machst du da?“, fragte ich neugierig und versuchte einen Blick in die Pfanne zu erhaschen.
Er drehte sich zu mir und legte seine Arme um meine Hüfte, zog mich näher zu sich heran. Ganz langsam beugte er sich zu mir hinunter und streichelte mit einer Hand leicht meine Wange, hauchte mir einen zarten Kuss auf meinen Mund, den ich nur zu gern erwiderte.
„Frühstück“, hauchte er leise.
„Was…?“
Er löste sich grinsend von mir und wandte sich wieder der Pfanne zu. „Du wolltest wissen, was ich mache und ich mache Frühstück“
Ich umarmte ihn von hinten und legte meinen Kopf auf seinen nackten Rücken, seufzte dabei wohlig auf.
„Das ist sehr lieb Ian, daran könnte ich mich gewöhnen“
„Ich auch“, hörte ich eine vertraute Stimme sagen und blickte augenblicklich zur Tür in der Lexi und ein bekleideter Rob standen. „Was ein Service, guten Morgen“
Lexi setzte sich an den gedeckten Tisch und rief mich zu sich. „Lass das die Männer mal machen“
Ich folgte ihrem Beispiel und setzte mich ebenfalls an den Tisch. Verwundert sah ich Lexi an, aber sie kicherte nur. Rob und Ian kamen mit jeweils zwei Tellern in den Händen an den Tisch.
„Ui, Rührei und Speck, wie gut einen Mann zu haben der kocht. Kat, den solltest du dir warm halten“, grinste Lexi und begann ihr Essen in sich hinein zu schaufeln.
Ich warf ihr einen bösen Blick zu und bedankte mich bei Ian dafür dass er sich solche Umstände machte.

Nachdem wir alle zusammen gefrühstückt hatten, verabschiedete sich Rob, Lexi begleitete ihn noch nach draußen.
„Sag mal… läuft das immer so hier?“, wollte Ian neugierig wissen, während ich den Geschirrspüler einräumte.
„Ähm…was genau meinst du?“
„Mit dem Männern?“
Seufzend stieß ich die Spülmaschinentür zu. „Nicht immer… Normalerweise machen sie uns kein Frühstück“, sagte ich schmunzelnd, ging auf ihn zu und legte meine Arme in seinen Nacken, ich wollte ihn ablenken, er stellte definitiv zu viele Fragen.
Er wusste dass ich vor hatte ihn abzulenken und entzog sich mir. „Wir müssen darüber nicht reden… Das ist eure Sache“
„Hm…“
„Aber ich würde dich gerne sehen, wenn ich in der Stadt bin“
„Okay“, antworte ich und biss mir auf die Unterlippe. Was dachte er, was das mit uns werden sollte?
Er war ein guter Fick, okay wir hatten jetzt schon mehr als einmal gefickt und es war verdammt geil gewesen, ich war gern mit ihm zusammen, aber worauf dachte er würde das mit uns hinauflaufen?
„Ich bin die nächsten Tage nicht in der Stadt…“
„Okay“, sagte ich wieder.
„Wir drehen“, erklärte er und strich mir über mein Haar.
„Ian, du bist mir keinerlei Rechenschaft schuldig, nur weil du deinen Schwanz in mir hattest“
Er seufzte und sah mich durchdringend an. „Ich muss los… Ist es okay wenn ich dich anrufe?“
„Ähm klar...“, antwortete ich verwirrt, er streckte mir sein Handy entgegen, damit ich meine Nummer eingeben könnte.
Als ich es ihm zurückgab, zog er mich näher an sich heran und küsste mich leidenschaftlich. „Bis bald Kat“, hauchte er leise, klopfte mir sanft auf den Po und verschwand durch die Hintertür nach draußen.

„Erde an Kat!!! Was zum Teufel war das???!!“, quietschte eine Stimme und ich fuhr herum und sah Lexis überraschten Gesichtsausdruck.
„Ich … ähm.. .keine Ahnung“
„Oh mein Gott, er will was von dir Kat, er will was von dir??!!!“, schrie Lexi vergnügt auf.
„Natürlich will er Sex von mir“
„Nein, er will mehr… siehst du nicht wie er dich ansieht. Scheiße, Ian scheint echt interessiert an dir zu sein“
„Ähm ja… und wovon träumst du nachts Lexi?“, gab ich gleichgültig zurück, als ob Ian jemals irgendetwas außer Sex mit mir haben wollte, welch absurde Idee.
„Warum musst du immer alles so negativ sehen?“
„Ich sehe nichts negativ, ich bin nur nicht so realitätsfremd wie du offenbar gerade“
„Ich glaube du hast da was nicht richtig verstanden…“, murmelte Lexi leicht säuerlich.
„Ach und das wäre?“, erstaunt sah ich sie an. Hatte ich irgendetwas nicht mitbekommen? Heckte sie etwa schon wieder einen Plan aus, in den ich noch nicht eingeweiht war?
„Naja, also ich hab da so eine Idee…“
„Und?“ Boa, ich hasste es, wenn ich ihr alles einzeln aus der Nase ziehen musste.
„Du kennst doch mein Problem dass ich mit Paul habe…“
„Du kannst kein Problem mit ihm haben, weil du ihn nicht hast, Lex“ gab ich feststellend zurück.
„Genau darin liegt ja mein Problem und ich dachte wenn du und Ian jetzt.. naja also wenn ihr euch näher kommt…dass ich und Paul…“
„ALEXIS vergiss es“
„Oh komm schon Kat, so wie es scheint, hat Ian Interesse, er taucht hier unangemeldet auf, will dich sehen, will dich anrufen.. Hallo dieser Mann ist offensichtlich ein Sexgott und kann auch noch geil Kochen, er hat uns Frühstück gemacht… und du könntest mir mit seiner Hilfe bei meinem Paul-Problem helfen“
„Wir nennen es jetzt also dein Paul-Problem?“
Lexi nickte heftig „Japp, mein Paul-Problem, kurz PP“
„Dann hätte ich ja quasi auch ein JL Problem oder kürzt man dass dann JP ab?“
Verwirrt sah mich Lexi an. „Bitte was?“
„Jared, falls du dich dran erinnerst, wollte ich die Jared Leto – ich krieg dich ins Bett du Sau- Sache angehen, mich voll und ganz ihm widmen und jetzt verlangst du von mir Ian etwas vor zu machen nur damit du Paul ficken kannst?“
„Naja ganz so hätte ich das nicht ausgedrückt, aber das trifft es in etwa außer der Tatsache mit Ian. Ich denke du wirst ihm da nicht all zu viel vormachen müssen, weil… bitte hass mich nicht, aber du MAGST IHN!“ Als sie die letzten zwei Worte aussprach, wich sie instinktiv einige Schritte vor mir zurück.
„Ähm… also Lexi… wie zur Hölle kommst du denn darauf?“, stammelte ich ein wenig unbeholfen herum.
„Du magst ihn Kat… Ich kenne dich… Ich sehs an deinen Augen…“
Ich schluckte den Klos, der sich in meinem Hals bildete hinunter und seufzte schwer. Verdammt, sie kannte mich einfach zu gut.
„Und wenn… das ändert nichts an der Situation“
„Das ändert sehr viel Süße und das weißt du auch…“
„Nein Lexi, du weißt, wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe…dann…“
„Ja ich weiß… dann bist du sehr ehrgeizig, das sind wir alle… Aber mach dir das mit Ian nicht kaputt..“
„Da gibt es nichts kaputt zu machen Lexis, verdammt, wir ficken nur miteinander“
„Die frage ist nur wie lange NUR NOCH!“
Ich wandte den Blick von ihr ab und schüttelte energisch den Kopf.
„So ist das nicht mit ihm… Natürlich ist er süß, aber Lex, hör auf mir da irgendwas einreden zu wollen, was nicht der Wahrheit entspricht“
„Okay, ganz wie du meinst, aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Er mag dich wirklich Kat“
„Ich mag auch viele Schwänze, na und, das bedeutet gar nichts“, giftete ich zurück, drehte mich um und verschwand aus der Küche.
Hastig lief ich in mein Zimmer, direkt hindurch zum Badezimmer und sprang unter die Dusche.

Sollte Lexi etwa Recht behalten? Ich meine, wir waren auf keine Beziehung mit den Typen aus, mit denen wir schliefen. Wir liebten es unabhängig und frei zu sein. Niemals hätte ich mir erträumen lassen, eine Beziehung mit einem solchen Mann haben zu können?
Warum machte ich mir überhaupt Gedanken darüber, ich kannte Ian doch kaum. Ich fickte mit ihm, es war Sex auf Anruf, mehr nicht, einfach nur Sex. Verdammt guter Sex und ja ich mochte ihn. Er hatte etwas an sich, was ich sehr reizvoll fand aber deswegen musste man sich doch nicht direkt in jemanden verlieben oder?
Was war schon Liebe? Bisher war ich nur einmal richtig verliebt gewesen und bitterlich enttäuscht worden, seitdem hatte ich der Liebe abgeschworen und vergnügte mich nur noch, was sich dennoch aus zahlte, immerhin hatte ich dabei meinen Spaß und kam auf meine Kosten, was wollte ich also mehr?

Ich überlegte die ganze Zeit hin und her, wie ich das nun mit Jared weiter anstellen sollte und auch Lexis Worte gingen mir weiterhin durch den Kopf. Ich versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen und rief Bridget an. Sie war eine kleine billig Westhollywood Schlampe, die es wirklich mit jedem trieb, Lexi und ich waren da anders, wir hatten wenigstens Ansprüche, aber Bridget nahm jeden, egal welchen gesellschaftlichen Status oder Vorteil sie daraus schließen konnte.
Von Bridget erfuhr ich jedenfalls, dass heute Abend in LA ein Video gedreht werden sollte und dass jeder, der ein Fahrrad besaß, eingeladen war mit den Jungs von 30 Seconds to Mars mit zu fahren, die Szenen wollten sie für ihren neuen Videoclip verwenden. Ein Grinsen machte sich auf meinen Gesicht breit, ich bedankte mich bei Bridget für die Information und beendete das Gespräch. Sie wusste wirklich immer, wo und wann etwas in Hollywood ging.
Wie gut traf es sich da, dass ich den Abend dazu nutzen konnte um mich an Jared heran zu machen? Plötzlich fiel mir nur ein kleines Problem ein… Scheiße, ich besaß gar kein Fahrrad und ohne Fahrrad keine Möglichkeit dabei sein zu können. Verdammt!!!
„Leeeeeeeeeeeeeeeeexi“, schrie ich verzweifelt aus und rannte aus meinem Zimmer und knallte fast in sie hinein.
„Himmel, was ist denn? Musst du so rumschreien?“
„Lexi wir brauchen Fahrräder! Woher kriegen wir auf die Schnelle Räder?“
„Wozu brauchen wir Fahrräder?“, fragte sie verwundert.
„Ich hab eben mit Bridget gesprochen….“ Lexi hob fragend eine Augenbraue.
„Heute Abend findet ein Ride statt und wir brauchen Räder um da mit zu machen“
„Was zum Teufel soll das sein?“, fragte Lexi entgeistert weiter.
„30 Seconds to Mars haben alle Fans und Leute die Lust haben eingeladen dabei zu sein, wir fahren durch LA mit den Bikes, das wird toll…“
„Spinnst du? Weißt du wie lange ich nicht mehr auf nem Rad gesessen habe, geschweige denn der Tatsache Kat, dass wir keine Räder haben??“
„Deswegen kaufen wir uns doch welche“, grinste ich. „Also komm…“
„Warum sollte ich mitkommen? Nenn mir einen vernünftigen Grund?“
Ich seufzte. „Hör zu wenn du mir bei meinem JP hilft helf ich dir bei deinem PP, Deal?“
„Du hilfst mir bei meinem Paul Problem?“, sie stieß einen kleinen Freudenschrei aus und fiel mir dabei um den Hals.
„Ja aber nur wenn wir jetzt Räder kaufen gehen und da heute Abend hinfahren. Ich habe Jared immer noch nicht abgeschrieben“
„Okay, okay…. Dann los.. Ich weiß auch schon genau wo wir hinmüssen“, erklärte Lexi mit einem teuflischen Grinsen im Gesicht und zog mich an meiner Hand in Richtung Auto…


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Nach gut drei Stunden Extrem Shopping waren wir wieder zu Hause. Wir hatten unsere Räder, naja es waren eher Shopper aber wir konnten gut darauf fahren und natürlich hatten wir uns auch neu einkleiden müssen. Okay zu gegeben Lexi hatte sich ein paar neue Schuhe gekauft, nachdem ich ihr eine gute Stunde zu erklären versucht hatte, wie gefährlich es war, auf einem Fahrrad mit High Heels zu fahren. Jetzt war sie in Besitz Jimmy Choo Ballerinas und strahlte übers ganze Gesicht.

theride

„Was denn?? Du wolltest, dass ich flache Schuhe kaufe?“
„Ja, aber es hätten auch ein paar Sneakers sein können Lex“
„Hätte, hätte… Hätte… Wir werden immerhin Videos Stars, da will ich auch nach was aussehen, Kat“
„Videostars… ist klar…“
„Denkst du nicht, dass wir entdeckt werden? Schau uns mal an, wir sehen heiß aus und dass wird auch Jared heute Abend feststellen“, aufmuntert zwinkerte sie mir zu.
„Ich hoffe es Lex“, murmelte ich leise und schnappte mir mein Rad. „Können wir?“
„Japp… Gott… ich werde mich wahrscheinlich umbringen, aber ich bin bereit für eine Radtour quer durch LA“, lachte Lexi und stieg ebenfalls auf ihren Drahtesel und wir machten uns auf den Weg zum Treffpunkt.
Es war bereits kurz vor Acht als wir diesen endlich erreichten, sofort wurden wir abgefangen von Sicherheitspersonal.
„Entschuldigung aber hier können Sie nicht durch. Die Strecke ist komplett gesperrt“, erklärte einer der Herren freundlich.
„Ja das wissen wir, wir möchten…also…“
„KAAAAAAAAT????“, schrie plötzlich jemand aus der Dunkelheit, abrupt drehte ich mich in die Richtung aus der die Stimme kam und sah Shannon ins Licht treten. Überrascht grinste er mich an und schritt weiter auf uns zu.
„Das geht schon Ordnung Mitch. Die beiden gehören zu uns“
Der Mann nickte und ließ Lexi und mich passieren.
„Hey, was machst ihr denn hier?“
„Ich dachte mir ihr hättet nichts dagegen, wenn Lexi und ich euch Gesellschaft leisten“
Shannons Grinsen wurde immer breiter. „Ganz und gar nicht… Hi Lexi“
„Shannon…“, begrüsste ihn Lexi schmunzelnd und ließ sich von ihm drücken.
„Was sind das für Bikes? Sind das eure? Die sehen ja… wow, stylisch… Ich bin bisher nur einmal auf so einem Teil gesessen… Darf ich mal?“ Fragend sah er mich an und deutete auf mein Rad, nickend übergab ich es ihm und schon brauste er davon.
Zum Glück wusste Lexi, wann sie die Klappe zu halten hatte und ich wusste, sie würde vor niemanden ausbreiten, dass wir bis vor fünf Stunden noch gar keine Räder besessen hatten.
Lexi grinste mich immer noch von der Seite her an, wofür sie einen bösen Blick erntete.
„Was? Ich hab doch gar nichts gesagt…“
„Gesagt nicht, aber gedacht…“, gab ich unvermittelt zurück.
„Seit wann kannst du Gedanken lesen?“ kicherte sie.
Shannon kam zurück und bremste direkt vor mir, aber er war nicht alleine, er hatte seinen Bruder im Schlepptau, den ich zuerst gar nicht bemerkte.
„Verdammt Shannon….“, maulte ich als er mir über die Füße fuhr.
„Sorry Kat, da war der Bremsweg wohl zu lange“, lachte er und ich schaute entnervt auf in die wunderschönen blauen Augen von Jared, der sich ein Lachen verkniff.
„Was ist so witzig?!“
„Was du sagst nicht mal Hallo zu mir und pflaumst mich gleich an? Wo ist deine Höfflichkeit geblieben, Kat?“
Ich wollte gerade etwas erwidern, als ich verstummte, mein Herz setzte aus. Er kannte meinen Namen. Verwirrt starrte ich ihn an, konnte es kaum glauben.
Natürlich bemerkten alle um mich herum meine Sprachlosigkeit, was mir ungeheuer peinlich war.
Jared stieg von seinem Fahrrad und beugte sich nah zu mir. „Was, heute gar keine Paroli? Du bist doch sonst nicht so sprachlos Kat?“, hauchte er leise und ich konnte seinen Atem auf meiner freiliegenden Haut spüren. Sein fantastischer Duft umwirbelte mich und raubte mir beinahe den Verstand.
Meine Atmung beschleunigte sich als er mit einer Hand eine Strähne meines vom Fahrtwind verwehten Haares hinter mein Ohr strich.
„Alles in Ordnung?“, fragte er und ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbildete, aber er klang wirklich irgendwie besorgt.
„Ähm ich bin nur verwundert… dass ist alles…“
„Jared, lass das Mädchen jetzt, du verwirrst sie“, lachte Shannon laut und Lexi hörte ich ebenfalls kichern.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht… verwirren“, verwundert hob er eine Augenbraue.
Ich atmete kurz durch und versuchte mich nicht mehr wie ein Idiot aufzuführen und sah ihn grinsend an. „Das hast du nicht.. Ich war einfach überrascht, dass du mit mir redest, das ist alles“
„Warum sollte ich nicht mit dir reden Kat?“
„Weil du es noch nie getan hast“, ich nahm mein Fahrrad von Shannon entgegen und stieg auf. „Lex kommst du, sehen wir uns ein wenig um?“
„Seit in ner halben Stunden da hinten am Trailer, da ist die Maske, ich sag Maya dass ihr kommt“
„Maske? Denkst du ich muss ernsthaft in die Maske Shannon?“, scherzte Lexi.
„Nein, natürlich nicht Lexi, aber ihr musst noch mal abgepudert werden, damit ihr in der Aufnahme nicht glänzt, also verfahrt euch nicht“, provozierend wackelte Shannon mit den Augenbrauen. Ich schüttelte schmunzelnd den Kopf, wartete auf Lexi und gemeinsam erkundeten wir ein wenig das Set.


Wie mit Shannon abgesprochen standen wir eine halbe Stunde später vor dem Trailer von Maya und ihrem Team. Schnell wurden wir abgepudert und konnten wieder von dannen ziehen.
Draußen stand bereits eine riesige Menschenmenge auf ihren Rädern und umringte Jared, Shannon und Tom.
Shannon sah uns schon von Weitem und winkte uns freudig zu.
„Er steht auf dich“, bemerkte Lexi leise.
„Ich weiß, aber ich nicht auf ihn“
„Glaub mir, das weiß er auch“
„Ist es so offensichtlich?“
„Naja deine Stotteraktion mit Jared hat nicht gerade dazu beigetragen, alle Anwesenden vom Gegenteil zu überzeugen…“
„Scheiße“
„Kat so schlimm war das nicht, du klangst eben nur ein wenig verwirrt und wer wäre das nicht, wenn Jared Leto mit einem flirten würde“
Überrascht sah ich sie an und sie nickte mit bestätigend zu. Ich hatte es mir also nicht nur eingebildet, er hatte wirklich mit mir geflirtet.
Ein Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit und ich fühlte mich aus einem seltsamen Grund heraus total glücklich. Er hatte mich bemerkt, endlich!


Der Regisseur gab das Zeichen und es ging los. Jared, Tomo und Shannon setzen sich in Bewegung und fuhren los und der Rest einfach hinterher. Das ganze stundenlang und Lexi warf mir ab und zu entnervte Blicke zu, ich wusste, sie tat es nur mir zuliebe und dafür war ich ihr unendlich dankbar. Die Zeit verging wie im Flug, obwohl wir nichts anderes taten, als durch LA zu fahren.

Eine lange Nacht lag hinter uns und der Morgen brach so langsam an, als die Jungs sich um ihre Fans versammelten und allen für ihre Teilnahme dankten.
Lexi und ich wollten uns gerade aus den Staub machten, als Shannon uns zu sich rief.
„Hey, danke, dass ihr dabei wart, ich hoffe ihr habt Spaß gehabt“
„Ja, das schon, aber ehrlich gesagt, ich bin total erledigt Shannon, soviel Bewegung hatte ich lange nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne“, scherzte Lexi grinsend und Shannon stimmte in ihr Lachen mit ein.
„Also wenn ihr wollt.. Wir gehen jetzt noch frühstücken, ihr könnt gerne mitkommen“, fragend sah er uns an.
Mein Blick ging zu Lexi und sie hob unentschlossen die Schultern. Ihr war es also egal, super. Würde er es nicht zu aufdringlich finden, wenn wir uns jetzt ihm und seinem Bruder noch zum Frühstück aufdrängten?
Mir wurde allerdings die Entscheidung abgenommen als Jared zu uns trat.
„Hey, war ne aufregende Nacht was?“
„Ja, hat Spaß gemacht“, gab ich tonlos zurück.
„Ähm, also wir wollen noch was essen gehen, vielleicht wollt ihr ja mitkommen“
Erstaunt wich mein Blick wieder zu Lexi, die mich nickend angrinste.
„Sicher“, mehr brachte ich nicht heraus.
„Cool, ich kenn einen netten kleinen Laden, nicht weit von hier. Ich glaube wir sind heute auch schon dran vorbeigefahren“, erklärte Jared ganz lässig und stieg wieder auf sein Bike.
Gott dieses Radfahren heute musste sich doch mal irgendwann auszahlen. Ich war total erledigt, müde und hungrig.
Schweigend folgten wir Jared und Shannon durch die recht leeren Strassen von LA, bis sie vier Blocks weiter vor einem kleinen Laden stehen blieben, der….














… geschlossen hatte.
„Shit“, hörte ich Jared leise fluchen.
„Das macht doch nichts… Wir sind sowieso müde. Komm Lex fahren wir nach Hause. Ich will nur noch ins Bett“
„Wir können auch noch …es gibt bestimmt noch andere…“, versuchte Shannon vorzuschlagen, aber ich winkte ab.
„Danke, aber wir sollten wirklich langsam ins Bett. Kommt gut nach Hause, man sieht sich. Lex kommst du?“
„Kat… also…“ Sie kam auf mich zu und flüsterte mir ins Ohr, dass sie gerne mit Shannon mitgehen würde und ob ich etwas dagegen hätte. Ich versuchte ein Grinsen aufzusetzen, aber selbst dazu war ich kaum noch im Stande vor Müdigkeit.
„Okay, dann bis später irgendwann Lex. Ciao Jared, ciao Shannon“

Ich wollte gerade davon radeln, als ich bemerkte dass mir jemand folgte. Verwirrt schaute ich zur Seite und sah Jared neben mir auftauschen.
„Auch wenn du in dieser Stadt zu Hause bist, solltest du nicht um diese Zeit alleine nach Hause fahren müssen“
„Oh – okay, danke schön“
„Kein Problem“, gab er nickend zurück. Es war nett dass er mich nach Hause bringen wollte, aber auch seltsam zugleich, da wir während des Heimweges fast nur schwiegen.
Als wir die Auffahrt zu unserem Haus passierten und ich stoppte, hielt er neben mir an und sah sich schmunzelnd um.
„Nette Wohngegend“
„Hm… Mein Vater ist Immobilienmakler… und seitdem Lexi und ich hier an der Uni studieren, hat er uns das Haus zur Verfügung gestellt“
„Nett von ihm“, sagte er fast tonlos und ich wusste was er von mir dachte, das war offensichtlich.
„Jared… Ich bin nicht so eine… Ich weiß wofür mein Vater arbeitet und er arbeitet hart“
„Und gebt ihr auch etwas davon zurück oder verschwendest du nur alles wie deine kleine Freundin“, sagte er barsch.
„So sind wir nicht, du kennst uns nicht Jared… Du hast heute zum ersten Mal mehr als ein Wort mit mir gesprochen, was gibt dir also das Recht so über mich zu urteilen?“
„Weil ich Mädchen wie dich zu genüge kenne“
Ich spürte wie Wut in mir aufkochte, mein Atem beschleunigte sich und ich ballte meine Fäuste zusammen, hatte jeden Moment das Gefühl explodieren zu müssen.
„Ich glaube es ist besser, wenn du jetzt gehst…“, brachte ich schwer atmend hervor.
Er schmunzelte, drehte sich um und fuhr davon. Bevor ich mein Fahrrad in unserer Garage verstaute, schrie ich ihm den Namen meines Vaters nach, denn John Matthews war nicht nur ein angesehener Immobilienmakler sondern spendete auch jedes Jahr diverse Millionen zu Gunsten von Hilfsorganisationen. Er war ein Name und anhand von Jareds abrupter Kopfbewegung in meine Richtung, wusste ich dass John Matthews ihm ebenfalls ein Begriff war.

Montag, 9. November 2009

Kapitel 4


Kat Pov


„Scheiße Lex, ich weiß nicht was ich anziehen soll?“, schrie ich aufgebracht durchs Haus und zwar genau so lange bis Alexis seufzend neben mir auftauchte. „Es gibt auch Menschen, die noch normal hören können und dich bereits beim ersten Mal haben Kreischen gehört. Stell dir vor ich hätte Männerbesuch gehabt? Was glaubst Du hätte ich für einen Eindruck bei ihm mit ner irren Freundin hinterlassen“, sie grinste frech und ließ sich auf mein Bett fallen. „Also, wo brennt´s?“

„Ich hab nichts zum Anziehen“, sagte ich erneut, diesmal aber etwas leiser.

„Japp, dass weiß ich bereits. Wohin gehst du eigentlich heut Abend und warum weiß ich nichts davon?“, erwiderte sie schmollend.

„Ich hab ein Date“

„Ein Date? Ein Date – Date?“, fragte sie verwundert.

„Ja verdammt, ein richtiges DATE!!“, ich schrie das letzte Wort fast hysterisch aus.

„Oh mein Gott, hat das mit diesem Umweltscheiß etwa funktioniert und du gehst mit Jared aus?“

Seufzend schüttelte ich den Kopf. „Nein leider nicht, aber ich hab ne andere Idee was meine Unterstützung für die Umwelt betrifft. Wir werden mal unseren Namen einsetzen und Geld spenden“

Lexi sah mich forschend an. „Aha und was hab ich damit zu tun?“

„Du wirst mit helfen, natürlich“

„Naja… Die Umwelt interessiert mich einen Scheiss aber mit wem zum Teufel hast du ein Date?“

„Matt Lanter“

„Matt – wer?“

„Lanter – die Schnitte aus 90210“, erklärte ich, während ich mich wieder meinen Schrank widmete.

„Hm… Ich glaube… naja egal… Also wohin geht ihr?“
„Keine Ahnung“

„Keine Ahnung, na super wie sollst du dann wissen was du anziehen sollst… Lass mich mal gucken“, gab sie schmunzelnd von sich und fing an meinen Schrank zu durchforsten.

Eine Stunde später stand ich fertig vor meinem Spiegel und begutachtete Lexis Werk.


Sie hatte mir ein elegantes weißes mit pailletten besetztes Kleid heraus gesucht zu dem ich meine schwarzen Versus High Heels trug, meine Haare hatte sie mir elegant hochgesteckt.

Grinsend reichte sie mir meine Tasche. „Kondome hab ich eingepackt, versuch heute Abend bei ihm zu bleiben oder sonst wo, ich brauch das Haus für mich heute Nacht“

„Seit wann brauchst du das Haus für dich?“, gab ich giftig zurück und entriss ihr meine Tasche.

„Seit dem du deine Klamotten einfach so im Flur liegen lässt und man bereits Gestöhne hört, wenn man nach Hause kommt“

„Du bist auch nicht viel besser. Wie oft kam ich nach Hause und hab dich mit deiner Begleitung auf der Treppe wild vögelnd wieder gefunden“

Lexi kicherte kurz als ich es unten bereits auch schon Hupen hörte.

„Du wirst abgeholt“

„Stell dir vor.. Ach vergiss es… Brauchst das Haus heute Nacht… Du hast echt einen Sitzen Lexi“

„Na ich will es eben überall treiben heute Nacht“, trällerte sie vergnügt.

„Ich nehm die Hintertür wenn ich heimkomme, man sollte meinen das Haus wäre groß genug, wir werden uns schon nicht in die Quere kommen“

Ich wusste nicht ob Lexi meine Antwort noch mitbekommen hatte, da sie bereits zum Fenster gestürzt war und Matt beobachtete. „Wooooow, was ein Fang“

Ich folgte ihr, begutachtete mich dabei noch einmal im Spiegel.

„Du siehst toll aus, er wird dir nicht widerstehen können. Viel Spass, Süße“, flüsterte sie mir verheisungsvoll ins Ohr, während sie die Tür öffnete und mich hinausschob.

Matt stand an seinen Wagen gelehnt. Eine schwarze Corvette Stingway, ich schätze sie war aus den 70er, ebenso wie mein Impala.

Matt zog gerade genüsslich an seiner Zigarette, als er mich kommen sah, schmiss er sie allerdings schnell auf den Boden und zerdrückte sie mit seinen Schuhen. Grinsend kam er auf mich zu, um mich zu begrüßen.

„Wooooow, du siehst toll aus“, sagte er schmeichelhaft und gab mir einen kleinen Kuss auf die Wange.

„Danke… Ähm ich wusste nicht wohin wir gehen, ich hoffe, ich bin nicht zu overdressed“, erklärte ich mein Outfit, aber Matt winkte sofort ab, ging um den Wagen herum und öffnete mir ganz Gentlemanlike die Beifahrertür.

„Ganz und gar nicht, es ist perfekt“, säuselte er und bat mich einzusteigen.

„Schöner Wagen“, sagte ich bewundernd und schnallte mich an.

„Ja das ist eine Stingway aus den 70ern“, erklärte er und startete den Wagen. „Kennst du dich mit Oldtimern aus?!“

„Naja wie man es nimmt. Ich hab selbst einen Impala“

„Ehrlich, wow. Hätte nicht gedacht, dass jemand wie du… Du hast Geschmack“

Ja, das hörte ich ziemlich oft in letzter Zeit.

„Ich mag alte Autos, ich kann mit diesen neumodischen Karren nichts anfangen“

„Also darf ich annehmen, dass der Mini in deiner Auffahrt nicht dir gehört?“, wollte er grinsend wissen.

„Nein, da muss ich dich enttäuschen. Leider nicht.“ Matt sah mich fragend an. „Er gehört meiner Freundin und Mitbewohnerin“

„War dass das Mädchen, dass mich beobachtet hat?“
Scheiße, er hatte Lexi vom Fenster aus starren sehen. „Ähm… tut mir leid, sie war neugierig“

„Schon okay…“

„Okay“, gab ich zurück und wunderte mich ein wenig. Es war eine komische Situation für mich, ich hatte nie richtige Dates mit Leuten, die ich kaum kannte und ihn kannte ich definitiv nicht. Ich wusste kaum etwas über Matt Lanter und fragte mich ernsthaft welche Absichten er hatte.

Wir fuhren zu einen kleinen italienischen Restaurant nach Beverly Hills. Matt hatte einen Tisch im abgelegenen Teil bestellt und wir unterhielten uns über Nichtigkeiten, als er plötzlich meine Hand in seine nahm und liebevoll streichelte.

Er erzählte mir wie er zur Schauspielerei gekommen war und wie oberflächlich das ganze Business sei. Ich hörte ihm wirklich interessiert zu, bis er mehr über mich hörten wollte und ich nicht so recht wusste, was ich ihm sagen sollte.

Ich war die Tochter eines erfolgreichen Immobilienhändlers, wir lebten lange Zeit in New York und seitdem Alexis und ich hier auf die Uni gingen, lebten wir hier. Wir waren selbstverständlich ohne Probleme hier an der Universität genommen worden. Alexis hatte hervorragende Noten, was man von mir nicht gerade behaupten konnte, aber durch einige Spendengelder meines Vaters, war auch ich ohne Probleme angenommen worden.

„Und was studierst du genau?“, wollte er als nächstes wissen. Gott wie sehr ich diesen Smalltalk hasste, konnte er nicht einfach nur mit mir vögeln?
„Dies und jenes, ich hab mich noch nicht genau spezialisiert“, erwiderte ich und nippte an meinen Caipirinha.

„Findest du das gut, einfach so in den Tag hinein zu leben? Ehrlich gesagt, hätte ich dich nach heute Mittag anders eingeschätzt?“

„Ich bin keine Puppe Matt, ich kann nichts dafür, wenn du einen anderen Eindruck von mir hattest“, gab ich giftig zurück.

„Also bist du wohlbehütet aufgewachsen? Musstest dich nie um Geld kümmern, weil Daddy alles bezahlt?“

Mein Gesicht verfinsterte sich, dass hatte gesessen. Natürlich hatte ich mir nie Sorgen um Geld machen müssen, aber eine verwöhnte Schlampe war ich dennoch nicht.

„Ich bin nicht Daddys kleines Mädchen Matt, ich weiß dass Geld nicht am anderen Straßenende zu finden ist. Ich bin nicht dumm“

Der Kellner kam und wollte unsere Bestellung aufnehmen, ich hielt ihn allerdings zurück, stand auf und warf Matt einen finsteren Blick zu. „Ich würde ja gern sagen, danke für den netten Abend, aber du bist einfach nur zum Kotzen Matthew“, drehte mich um und verließ das Restaurant.

„Kat, warte doch…“, hörte ich ihn noch rufen, da war ich aber bereits nach draußen getreten und stoppte ein Taxi.

Wütend stieg ich ein, nannte dem Fahrer meine Adresse als mein Handy klingelte.

Immer noch sauer nahm ich ab. „Was ist?“, fauchte ich in den Hörer.

„Oh was hat dich denn geritten?“, hörte ich Lexi vorsichtig fragen.

„Matt ist ein Arschloch“, brüllte ich förmlich in den Hörer.

„Ach Süße, das tut mir leid. Was ist denn passiert?“
„Er meinte ich wüsste nichts mit meinen Leben anzufangen außer Daddys Geld auszugeben… So ein Vollidiot, was kann ich dafür dass Geld in unserem Leben nun mal keine Rolle spielt?“

„Mach dir nichts draus…, ich ruf eigentlich an, weil hier jemand auf dich wartet“

„Wie bitte??“, fragte ich entsetzt nach.

„Ja, komm einfach nach Hause, er sitzt im Wohnzimmer. Ich hab ihm bereits, was zum Trinken angeboten… Wenn du nicht möchtest, dass ich ihn abschleppe, solltest du dich beeilen“

„Wer, Lex?“

„Ian“, zwitscherte sie und legte im selben Moment auf.

Ian, was wollte der denn von mir? Warum war er bei mir zu Hause? Ich wies den Taxifahrer an schneller zu fahren und binnen von knapp fünfzehn Minuten, fuhr er bereits die Auffahrt zu unserem Anwesen hinauf. Ich bezahlte ihm, gab ihm ein gutes Trinkgeld und rannte in meinen hohen Schuhen die Treppen hinauf. Außer Atem öffnete ich die Haustür. Fünfzehn Minuten konnten lange genug sein, um einen Kerl herum zu bekommen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie freute ich mich darauf, dass er zu mir nach Hause gekommen war, warum auch immer. Wahrscheinlich nur weil der Abend mit Matt nicht so gelaufen war, wie ich angenommen hatte.

Ich atmete noch einmal tief durch und trat dann hinein. Vom Wohnzimmer aus hörte ich Stimmen und lautes Gelächter. Ich durchquerte den langen Flur und blieb im Türrahmen stehen.

Ich sah Lexi mit Ian zusammen auf dem langen Sofa sitzen. Lexi flirtete auf Teufel komm raus mit ihm und er flirtete zurück, wie man es von ihm kannte, beziehungsweise ich hätte es nicht anders erwartet. Ich musste es positiv sehen, zumindest waren sie beide noch bekleidet und hatten sich noch nicht ihre Zungen in den Hals gesteckt.

Lexi fuhr sich kichernd durch die Haare und biss sich immer wieder verführerisch auf die Unterlippe.

Ich räusperte mich und beide Köpfe fuhren zu mir herum, sie fühlten sich irgendwie ertappt.

Lexi hatte mich kommen hören, soviel war sicher, sie konnte mir nichts vormachen.

„Oh hi, Kat, ich hab dich gar nicht kommen hören…“, säuselte sie. „Du hast Besuch“

Ian erhob sich und grinste mich an. „Hi Katherine“

„Kat“

„Kat, ja.. Also tut mir leid, dass ich hier so einfach auftauche, aber ich hatte keine Telefonnummer von dir und ich war..“

„Erspar mir dieses ´Ich war in der Nähe Getue´ – Was willst du hier, Ian?!“, fragte ich gleichgültig und blieb mitten im Raum stehen.

„Ich glaube ich mache mich dann mal fertig… Es war schön dich kennen zu lernen Ian“, erwiderte Lexi und verschwand nach oben in ihr Zimmer.

Ian sah mich einen Moment abschätzend an, ehe er weiter auf mich zu trat, immer näher an mich heran kam. Ich trat weiter nach hinten, bis ich plötzlich gegen eine Wand stieß, es gab keinen Ausweg für mich. Ian stand direkt vor mir, positionierte jeweils eine Hand rechts und links neben meinem Kopf. Verwirrt sah ich ihn an, obwohl ich genau wusste, was jetzt kommen würde.

Ian überbrückte die letzten Zentimeter zwischen uns, seine Augen funkelten voller Verlangen und er presste ungehalten seine Lippen auf meine. Ohne Widerstand zu leisten, öffnete ich meinen Mund und ließ seine Zunge die meine liebkosen. Ich seufzte auf, als er seine Hände über meinen Körper hinweg zu meinen Arsch gleiten ließ und mir unter das Kleid fasste.

Wir küssten uns hemmungslos und die Zeit schien still zu stehen, als ich Lexi die Treppe wieder hinunter rennen hörte und wir auseinander fuhren.

„Ich bin weg, viel Spaß“, trällerte sie im vorbei gehen und wenige Sekunden später hörte ich ihren Mini aufheulen.

Ich war wie vor dem Kopf gestoßen, was war das gerade gewesen?

Ian zog sich seine Lederjacke aus, legte diese auf dem Sofa ab und ließ sich darauf nieder. „Wir sind also alleine?“

„Ähm ja sieht so aus“, sagte ich schmunzelnd.

„Also wozu hast du Lust? Wo warst du in diesem Aufzug, hattest du ein Date?“

„Fragst du mich hier aus?“, erwiderte ich lächelnd.

„Ich unterhalte mich nur mit dir...“

„Warum wollen sich heute nur alle mit mir unterhalten?“, antwortete ich und rollte gespielt mit den Augen.

„Wir können auch gleich rummachen, wenn dir das lieber ist?“, gab er grinsend zurück.

„Das hört sich doch schon viel besser an“, murmelte ich, zog mir meine Schuhe im Gehen aus und ließ langsam das Kleid von meinen Schultern gleiten. Ian saß immer noch auf dem Sofa, ich auf ihn zu trat und machte mich an seiner Hose zu schaffen.

Mit einer schnellen Bewegung hatte ich sein bestes Stück in der Hand, beugte mich über ihn und nahm ihn in all seiner Pracht in den Mund. Ian keuchte auf, während ich meine Zunge um seine Eichel kreisen ließ und an ihr saugte.

Ich leckte und saugte an seinem Schwanz, nahm noch meine Hand und umfasste ihn, er stöhnte ungehalten. Nach wenigen Minuten spürte ich schon zusammen zucken und er ergoss sich in meinen Mund.

Schnell schluckte ich sein Sperma hinunter, ich hasste diesen antörnenden Geschmack, aber die Typen standen einfach drauf. Ich hob meinen Kopf und ließ ihn zu Atem kommen, stand ich auf und ging zur Bar hinüber um uns einen Drink zu mixen.

Schnell kippte ich meinen Martini hinunter um den widerlichen Geschmack aus dem Mund zu bekommen, mit dem zweiten Glas ging ich zurück zum Sofa und setzte mich neben Ian. Dankend nahm er mir den Martini ab und kippte ihn in einem Zug hinunter.

„Du bist der Wahnsinn Katherine“

„Kat, hör auf mich Katherine zu nennen“, wisperte ich als seine Lippen sich auf meine legten.

Ich half ihm sich zu entkleiden, während ich aus der Dose, die hinter mir auf dem kleinen Tischchen stand, ein Kondom fischte und ihm überzog.

Ja, Lexi und ich hatten wirklich überall im Haus Kondome deponiert. Sicherheit geht nun mal vor.

Ohne zu zögern drückte ich ihn in die Couch zurück und setzte mich auf ihn.

Ich wartete nicht ab, bis ich ihn ganz aufgenommen hatte, sondern begann mich augenblicklich auf ihm zu bewegen. Immer schneller und schneller wurden meine Bewegungen, während er mit seinen Lippen meine harten Brustwarzen liebkoste und mit der einen Hand meine Klitoris umkreiste.

Ich keuchte auf und ritt ihn umso schneller. Mein Orgasmus war in spürbarer Nähe und ich driftete ab, er begann hart in mich hinein zu stoßen und ich schrie laut auf, als er mich voll ausfüllte und den einen Punkt traf, der mich erzittern ließ. Mein Atem kam nur noch stoßweise und ich rang nach Luft, als mein ganzer Körper von einem heftigen Orgasmus durchzogen wurde, mein Körper brannte unter seinen Berührungen und ich wand mich auf ihm. Als ich keuchend auf ihm zusammen brach, stöhnte er ebenfalls laut auf und ergoss sich zum zweiten, aber nicht zum letzten Male an diesem Abend, in mir.



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„Warum bist du hier?“, platze es aus mir heraus. Ich lag eng an Ians Brust gekuschelt in meinem Bett. Seine Hand streichelte meinen Rücken, unser Atem ging regelmäßig und die Situation wirkte irgendwie zu vertraut und harmonisch, das machte mir Angst

„Gegenfrage, mit wem warst du heute Abend aus?“, fragte er zurück und hielt kurz in seiner Bewegung inne.

„Warum willst du das wissen?“

„Warum willst du wissen, warum ich hier bin?“

„Nur so“

„Siehst du, ich bin eben auch neugierig. Also wo warst du?“

„Aus“, gab ich tonlos zurück. Warum interessierte es Ian so brennend?

Sanft hob er mit seiner Hand mein Kinn an und zwang mich ihn anzusehen. Er lächelte und gab mir einen sanften, liebevollen Kuss.

Ich löste mich von ihm und setzte mich aufrecht hin, eine Decke um mich geschlungen, damit ich nicht völlig nackt da saß.

„Was soll das hier?“

„Was soll was Katherine?“

Ich atmete geräuchvoll aus. „Du sollst mich nicht KATHERINE NENNEN, verdammt“

„Aber dass ist doch so ein wundervoller Name“, er grinste schelmisch und ich wusste sofort, dass er mich nur ärgern wollte.

„Ich heiße Kat okay, woher weißt du dass ich Katherine heiße?“
„Du hast dich verraten, indem du immer gleich an die Decke gehst wenn ich Katherine sage“

„Oh…!“, verdammt erwischt. „Aber du hast mir immer noch nicht meine Frage beantwortet“, erinnerte ich ihn.

„Du auch keine von meinen“

„Doch, ich habe dir gesagt dass ich aus war“

„Stimmt und du… kannst du dir nicht denken, warum ich hier bin?“, seine Hand legte sich an meine Wange und er streichelte sie sanft, ließ seinen Blick über meinen Körper streifen.

Ich nickte wissend.

Er beugte sich zu mir vor und wieder trafen sich unsere Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss. Als Ian sich von mir löste, sah er mich durchringend an.

„Es ist nicht nur Sex Kat, ich mag dich“, hauchte er leise.

Es war nicht nur Sex für ihn, er mochte mich? Was zum Teufel hatte das jetzt zu bedeuten?

Mittwoch, 4. November 2009

Kapitel 3

Kat Pov

Müde saß ich in der Küche und nippte an meinen Kaffee, als Lexi gut gelaunt hinein tänzelte, sich eine Tasse aus dem Schrank nahm und sich ebenfalls einen Kaffee nahm.
Grinsend setzte sie sich zu mir an die Theke
„Na nen schönen Abend gehabt?!“, fragte ich gespielt beleidigt.
„Ja, wahrscheinlich so einen schönen wie Du. Vielleicht schaffst du es das nächste Mal deine Klamotten wegzuräumen, wir wären fast drauf ausgerutscht“
„Tut mir leid, im Eifer des Gefechts passiert das nun mal“
Wohlwissen nickte sie und trank grinsend ihren Kaffee.
„Wo ist deine Begleitung?“
„Wo ist deine denn?“
Beide mussten wir kichern.
„Und Spass gehabt? Konntest du bei Paul landen?“
„Tz, Paul…. Ich glaube jetzt verstehe ich was du mit unantastbar meinst. Er ist ein harter Brocken, das wird Zeit brauchen und bei dir und Jared? Bist du weiter gekommen“
Seufzend schüttelte ich den Kopf. „Nein, leider nicht. Dafür hat mich Ian Somerhalder abgeschleppt“
„Wie er hat dich abgeschleppt, fällt das normalerweise nicht in deinen Aufgabenbereich?“
„Er hat sich mir quasi aufgedrängt… Und soll ich dir was sagen, es war heiß, er war wild…“
„Keine Einzelheiten bitte… ich will noch frühstücken…. Na wenigstens bin ich nicht die einzige, die einen Vampir hatte“
Entsetzt riss ich die Augen auf und starrte sie ungläubig an. „Wer?“
„Kyle Schmid“, trällerte sie und erhob sich breit grinsend und ging zum Kühlschrank. „Ich soll ihn anrufen“
„Moment mal“, ich drehte mich in ihre Richtung um, während Lexi den Kühlschrank nach etwas essbaren durchforstete. „Wie du sollst ihn anrufen? Hast du ihn denn nicht gefickt?!“
„Doch natürlich…. Aber heute Morgen lag ein Zettel neben meinem Kopfkissen, worauf stand, dass ich ihn anrufen soll“
„Wer hätte gedacht, dass Mr. Schmid einfach so seine Nummer heraus rückt… und wirst du ihn anrufen?“
„Ich weiß noch nicht, mal gucken, er schien ja ganz nett zu sein“
„Kyle Schmid, hammer… Ich hätte nicht gedacht dass Kyle so einer ist“
„Kennst du ihn denn privat?“
Abschätzend sah ich sie an, nickte dann aber. „Naja kennen vielleicht nicht gerade, aber ich hab ihm vor nen halben Jahr auf ner Party einen geblasen“
Lexi verschluckte sich gerade an einer Traube, die sie sich in den Mund gestopft hatte.
„Ups, hatte ich dir das nicht erzählt“
„Neeeeeeeein, hattest du nicht“
„Tut mir leid…aber ich hatte keinen Sex mit ihm wenn dich das beruhigt“
„Als würde mich das beruhigen… es entsetzt mich eher dass du es nicht hattest, Kyle war geil“
„Ja reib es mir noch unter die Nase, wäre ja nicht so als wenn ich es nicht gewollt hätte…Naja egal… Fahren wir zusammen an die Uni?“
„Du fährst freiwillig an die Uni?“
„Ja und?“
Lexi musterte mich kritisch, sie wusste ich vermied es so gut es ging auf dem Unigelände aufzukreuzen, schwänzte sämtliche Vorlesungen, die mich nicht interessierten. Ich nahm tendenziell nur sporadisch am Unterricht teil.
„Da ist einer auf den du stehst“
„Gar nicht“, protestierte ich.
„Was willst du dann da?“
„Hm…. Ich will mich in den Öko Club einschreiben“
„Du willst was?“
„Ja, also dieser Umweltschutzorganisation am Campus“
„Und zu welchem Zweck?“ Lexi schürzte die Lippen und schien zu überlegen. „Oh mein Gott, du machst das wegen Jared oder? Scheiße, das hätte ich dir gar nicht zu getraut“
„Er steht auf so was“
„Das heißt nicht dass du es auch musst Liebes“
Ich wusste es würde mir wahrscheinlich nichts bringen, aber ich musste jetzt alle Möglichkeiten ausloten, die mich ihm näher bringen würden.
„Ich muss mich umziehen, also kommst du nun mit oder nicht?“
„Du verlangst allen ernstes von mir, dass ich da mitkomme?“
„Ich bitte dich als meine beste Freundin“
„Na gut….dafür bist du mir aber was schuldig Kat“
Ich grinste, drehte mich um und verschwand in meinem Zimmer und mich fertig zu machen.

Nach etlichen Minuten hatte ich endlich mein Spießer Outfit zusammengestellt.



Ich trug einen pinkes Longshirt, eine dunkelbraune Jeans, Ballerinas und hatte sogar meinen alten Rucksack hervorgekramt. Lexi würde mich so niemals gehen lassen, ich sah wirklich schrecklich aus, es war das komplette Gegenteil von meinen Outfits, die ich sonst trug.
Schmunzelnd trat ich in die Küche und bemerkte sofort Lexis geschockten Gesichtsausdruck.
„So werde ich nicht einen Fuß mit dir vor die Türe setzten“
„Ach komm schon Lexi, so schlimm ist es nicht…bitte…“
„Du siehst aus wie der totale Strebernerd. Nein auf gar keinen Fall“, beharrte sie fest.
„Lexi bitte…. Ich muss doch auf die Idioten einen guten Eindruck machen“
„Das kann man auch in angemessener Kleidung, du verleugnest dich ja quasi selbst, schau dir doch mal den Schund an, den du da anhast“ Kopfschüttelnd sah sie an mir herunter und ich versuchte mir ein Lächeln auf zu zwingen.
„Lex bitte….“
„Na gut, aber nicht dass das zum Daueroutfit wird… Ich möchte so nicht mit dir gesehen werden“
„Ich nehme an, dann brauch ich dich gar nicht zu fragen, ob du dich noch umziehen möchtest“
Lexis lachte herzhaft, stand auf und verließ das Haus. Ich schnappte mir meinen Rucksack und folgte ihr nach draußen zu ihrem Wagen. Lexi setzte mich vor dem Unigebäude ab und ich sah sie fragend an.
„Kommst du nicht mit, du hattest es mir doch versprochen“
„Ja bevor du einen Vollidioten aus dir gemacht hast Schatz, ich geh zur Maniküre, meine Nägel haben es mal wieder nötig und mal gucken was mir sonst noch so einfällt, der Tag ist noch jung. Ruf an wenn ich dich abholen soll und viel Spaß bei deinem Vorhaben“, trällerte sie und brauste davon.

Entschlossen betrat ich den Campus und ging direkt zum Verwaltungsgebäude hinüber. Ich holte noch einmal tief Luft bevor ich eintrat.
„Oh Miss Mathews, haben Sie wieder einen Termin bei Doktor Watson oder was kann ich heute für Sie tun“, fragte Marie Granger freundlich. Sie war eine von sechs Sachbearbeiterinnen hier auf dem Campus, die in der Verwaltung tätig waren. Da ich seitdem wir hier an der Uni waren schon einige Gespräche mit dem Rektor gehabt hatte, kannte sie mich inzwischen sehr gut.
Marie war soweit ich schätzen konnte Mitte fünfzig, hatte mittelange braune Haare, die allerdings zu Rastazöpfchen gebunden waren. Sie hatte eine fantastische Ausstrahlung und ich hatte sie wirklich gern. Ich lud Sie so oft es die Zeit zu ließ zu einem Kaffee ein. Ich hatte Marie wirklich gern.

Lächelnd trat ich an ihr Pult heran.
„Guten Morgen Misses Granger“, sobald andere dabei waren sietzte ich sie immer, „Ich hätte da einige Fragen bezüglich der Studentenclubs hier an der Uni, vielleicht könnten Sie mir da weiterhelfen“
„Als ob die sich daran beteiligen möchte“, hörte ich eine ihrer Kolleginnen murmeln. Marie warf dieser einen bösen Blick zu und wandte sich dann wieder an mich. „Natürlich mein Kind, ich wollte sowieso gerade Pause machen, komm gehen wir ein Stück…“, sagte sie, erhob sich und begleitete mich aus dem Zimmer.
Auf den Flur angekommen, liefen diesen entlang in Richtung Außengelände um uns bei einem der Kaffeestände einen Kaffee zu holen.
„Also Kat, worum geht es?“, fragte Marie schließlich und setzte sich auf eine der Parkbände, in der Hand hielt sie ihren Kaffee und nippte leicht daran.
„Wie komme ich in den Umweltclub? Wann trifft der sich und was brauche ich um da hinein zu kommen?“
„Hm….“ Marie seufzte. „Du wirst mir wahrscheinlich nicht sagen, warum du dich dieser Organisation anschließen möchtest oder?“
„Naja… ich denke es ist eine gute Sache“
„Steckt da ein Kerl dahinter?“
„Vielleicht“, gab ich lächelnd zu und Marie erwiderte dieses zaghaft.
„Nun, also es gibt hier tatsächlich einen Umweltclub, die Vorsitzende ist Taylor Hamson, du kennst sie, ihr seit letztes Semester in Musik so aneinander geraten“
„Ach die Schlampe“
„Katherine Matthews, ich darf doch sehr bitten“, tadelte sie mich.
„Entschuldige… na toll, Taylor könnte mir die Suppe versalzen… Was muss ich tun um da hinein zu kommen?“
„Hm…. Ich weiß nicht… Vielleicht könntest du etwas für ihre Organisation spenden oder so, dich engagieren…Auch öffentlich, eine Volltätigkeitsveranstaltung machen, wo du für eine bestimmte Sache Geld sammelst“
„Denkst du damit würde ich auf Aufmerksamkeit erregen?“
„Du hast einen einflussreichen Vater, natürlich würde man davon reden wenn du etwas Volltätiges tust. Die Presse wäre mit Sicherheit auch davon Wind bekommen und du könntest dein Image ein wenige rehabilitieren“
„Mein Image ist tadellos Marie“
„Volltätigkeit schadet keinem und immer nur als Partygirl dazu stehen ist bestimmt auf Dauer nicht sehr erfrischend“
„Mensch Marie, du hast mir wirklich sehr geholfen. Ich werde einfach eine eigene Organisation gründen und spenden für einen guten Zweck sammeln, das ist es“, quietschend sprang ich auf und klatschte in meine Hände.
„Es freut mich ja dass ich dir helfen konnte Kat“
„Danke Marie, du bist die Beste. Ich muss Lexi anrufen, bis bald“, verabschiedete ich mich, holte mein Handy aus meiner Tasche heraus und rief grinsend Lexi an.
„Es hat sich etwas anderes ergeben, kannst du mich abholen?“
„Sofort?“, schrie sie ins Telefon und ihre Stimme klang schmerzverzerrt.
„Ähm Lexi, wo bist du?“
„Beim Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaachsen, oh du dumme Kuh, das hat weh getan….“
Ich hörte jemanden leise ´Entschuldigung`murmeln, ehe Lexi sich wieder zu Wort meldete. „Tut mir leid Kat, aber ich kann jetzt hier nicht weg, nimm dir doch ein Taxi oder fahr ganz öko-like mit dem Bus, bis später“, erklärte sie und legte auf.
Na super, aber ich verstand sie ja, wenn sie sich gerade entwachsen ließ, konnte sie unmöglich aus dem Schönheitsladen weg.
Seufzend ging ich auf den Parkplatz und sah mich um. Tja, da ich die meiste Zeit mit Alexis herum ging, kannte ich hier wirklich kaum jemanden. Ich verließ dass Unigelände und beschloss ein wenig die Stadt zu Fuß zu erkunden, ein Taxi konnte ich mir immer noch anhalten, dass mich nach Hause fuhr.

Ich schlenderte gerade am Sunset Boulevard entlang, ging in mehrere Geschäfte, kaufte aber nicht wirklich etwas, irgendwie war mir nicht danach.
Ich kam an ein paar Demonstranten vorbei, die einen Stand zwischen Gucci und Chanel aufgebaut hatten.
Ich gesellte mich zu ihnen und überlegte wie ich mit ihnen ein Gespräch beginnen sollte.
„Hallo, du siehst aus als würdest du auch gern Pelz tragen“, zischte mich eine der Mädchen böse an.
Entsetzt riss ich die Augen auf, was bildete sich dieses Miststück ein.
„Nein, ich habe nicht ein Stück Pelz in meinen Schrank. Ich hasse Pelz, so etwas würde ich nie tragen…. Demonstriert ihr dagegen…?“, fragte ich neugierig nach.
„Ja siehste doch, aber so einer feiner Schnitte wie dir, ist das doch bestimmt eh scheiß egal“, zickte sie weiter herum.
„Ich kenn dich nicht und du kennst mich nicht, aber ich finde es ziemlich unhöflich mich so zu verurteilen“
„Das ist es allerdings“, hörte ich eine wunderschöne Stimme hinter mir sagen.
Ich hörte das Mädchen nach Luft schnappen und drehte mich um. Vor mir stand ein hübscher junger Mann. Er hatte in etwa meine Größe und hatte wunderschöne blauen Augen in denen ich sofort versank.

Mir blieb buchstäblich fast die Spucke weg, als ich ihn erkannte. Matt Lanter, bekannt aus 90210.
Er grinste mich hingegen süffisant an. „Hi, ich bin Matt… und du Lady solltest dich entschuldigen“
„Ent…Entschuldigung“, brachte das Mädchen mühsam hervor.
„Na geht doch“, sagte er selbstgefällig und grinste mich an.
„Ähm, danke schön“, erwiderte ich und in dem Moment wurde mir bewusst wie scheiße ich eigentlich aussah, was ich da anhatte.
„Das ist normalerweise nicht so meine Art, aber hättest du Lust mit mir was trinken zu gehen“, fragte er und sah mich interessiert an.
„Ähm…also… Fragst du mich da grade um ein Date?“, verwirrt kräuselte ich meine Stirn und wog das wieso – weshalb- warum ab.
„Genau genommen ja“, brachte er ehrlich hervor.
„Oh… okay… Ich bin übrigens Kat“
„Dann freut es mich dich kennen zu lernen Kat, wie wäre es wenn ich dich heute Abend abhole?“
Er wollte mich abholen, oh Gott es lief wirklich auf ein ernsthaftes Date hinaus, so was hatte ich schon seit Jahren nicht mehr gehabt. Ein Date.
Kopfschüttelnd versuchte ich einen klaren Gedanken zu fassen, er deutete es allerdings falsch.
„Ich muss dich nicht abholen, tut mir leid, wir können uns auch irgendwo treffen“
„Nein, nein… es ist nur… ich hatte schon so lange kein Date mehr, ein richtiges Date, ich bin grad überfordert irgendwie… oh man, jetzt musst du mich für total bescheuert halten“
Was redete ich da für einen Stuss zusammen?
„Nein, ich find das sehr menschlich und so…“
„Bescheuert?“
„Nein, süß….“
„Okay sag niemals einer Frau, sie wäre süß“ Ich kramte in meinem Rucksack herum und zog ein Stück Papier und einen Kulli hervor, darauf schrieb ich kurzerhand meine Adresse und meine Handynummer „Wir sehen uns dann um Acht, Matthew Mackendree Lanter“
Er zuckte kurz zusammen, grinste dann aber. „Du kennst mich also“
„Wer kennt dich nicht Engelchen“ und zack da war sie wieder, die unberechenbare Kat. „Bis heute Abend“, säuselte ich verführerisch, drehte mich um und verschwand um die nächste Ecke, schnappte mir das erst beste Taxi und fuhr schnellsten Weges nach Hause.