Mittwoch, 4. November 2009

Kapitel 3

Kat Pov

Müde saß ich in der Küche und nippte an meinen Kaffee, als Lexi gut gelaunt hinein tänzelte, sich eine Tasse aus dem Schrank nahm und sich ebenfalls einen Kaffee nahm.
Grinsend setzte sie sich zu mir an die Theke
„Na nen schönen Abend gehabt?!“, fragte ich gespielt beleidigt.
„Ja, wahrscheinlich so einen schönen wie Du. Vielleicht schaffst du es das nächste Mal deine Klamotten wegzuräumen, wir wären fast drauf ausgerutscht“
„Tut mir leid, im Eifer des Gefechts passiert das nun mal“
Wohlwissen nickte sie und trank grinsend ihren Kaffee.
„Wo ist deine Begleitung?“
„Wo ist deine denn?“
Beide mussten wir kichern.
„Und Spass gehabt? Konntest du bei Paul landen?“
„Tz, Paul…. Ich glaube jetzt verstehe ich was du mit unantastbar meinst. Er ist ein harter Brocken, das wird Zeit brauchen und bei dir und Jared? Bist du weiter gekommen“
Seufzend schüttelte ich den Kopf. „Nein, leider nicht. Dafür hat mich Ian Somerhalder abgeschleppt“
„Wie er hat dich abgeschleppt, fällt das normalerweise nicht in deinen Aufgabenbereich?“
„Er hat sich mir quasi aufgedrängt… Und soll ich dir was sagen, es war heiß, er war wild…“
„Keine Einzelheiten bitte… ich will noch frühstücken…. Na wenigstens bin ich nicht die einzige, die einen Vampir hatte“
Entsetzt riss ich die Augen auf und starrte sie ungläubig an. „Wer?“
„Kyle Schmid“, trällerte sie und erhob sich breit grinsend und ging zum Kühlschrank. „Ich soll ihn anrufen“
„Moment mal“, ich drehte mich in ihre Richtung um, während Lexi den Kühlschrank nach etwas essbaren durchforstete. „Wie du sollst ihn anrufen? Hast du ihn denn nicht gefickt?!“
„Doch natürlich…. Aber heute Morgen lag ein Zettel neben meinem Kopfkissen, worauf stand, dass ich ihn anrufen soll“
„Wer hätte gedacht, dass Mr. Schmid einfach so seine Nummer heraus rückt… und wirst du ihn anrufen?“
„Ich weiß noch nicht, mal gucken, er schien ja ganz nett zu sein“
„Kyle Schmid, hammer… Ich hätte nicht gedacht dass Kyle so einer ist“
„Kennst du ihn denn privat?“
Abschätzend sah ich sie an, nickte dann aber. „Naja kennen vielleicht nicht gerade, aber ich hab ihm vor nen halben Jahr auf ner Party einen geblasen“
Lexi verschluckte sich gerade an einer Traube, die sie sich in den Mund gestopft hatte.
„Ups, hatte ich dir das nicht erzählt“
„Neeeeeeeein, hattest du nicht“
„Tut mir leid…aber ich hatte keinen Sex mit ihm wenn dich das beruhigt“
„Als würde mich das beruhigen… es entsetzt mich eher dass du es nicht hattest, Kyle war geil“
„Ja reib es mir noch unter die Nase, wäre ja nicht so als wenn ich es nicht gewollt hätte…Naja egal… Fahren wir zusammen an die Uni?“
„Du fährst freiwillig an die Uni?“
„Ja und?“
Lexi musterte mich kritisch, sie wusste ich vermied es so gut es ging auf dem Unigelände aufzukreuzen, schwänzte sämtliche Vorlesungen, die mich nicht interessierten. Ich nahm tendenziell nur sporadisch am Unterricht teil.
„Da ist einer auf den du stehst“
„Gar nicht“, protestierte ich.
„Was willst du dann da?“
„Hm…. Ich will mich in den Öko Club einschreiben“
„Du willst was?“
„Ja, also dieser Umweltschutzorganisation am Campus“
„Und zu welchem Zweck?“ Lexi schürzte die Lippen und schien zu überlegen. „Oh mein Gott, du machst das wegen Jared oder? Scheiße, das hätte ich dir gar nicht zu getraut“
„Er steht auf so was“
„Das heißt nicht dass du es auch musst Liebes“
Ich wusste es würde mir wahrscheinlich nichts bringen, aber ich musste jetzt alle Möglichkeiten ausloten, die mich ihm näher bringen würden.
„Ich muss mich umziehen, also kommst du nun mit oder nicht?“
„Du verlangst allen ernstes von mir, dass ich da mitkomme?“
„Ich bitte dich als meine beste Freundin“
„Na gut….dafür bist du mir aber was schuldig Kat“
Ich grinste, drehte mich um und verschwand in meinem Zimmer und mich fertig zu machen.

Nach etlichen Minuten hatte ich endlich mein Spießer Outfit zusammengestellt.



Ich trug einen pinkes Longshirt, eine dunkelbraune Jeans, Ballerinas und hatte sogar meinen alten Rucksack hervorgekramt. Lexi würde mich so niemals gehen lassen, ich sah wirklich schrecklich aus, es war das komplette Gegenteil von meinen Outfits, die ich sonst trug.
Schmunzelnd trat ich in die Küche und bemerkte sofort Lexis geschockten Gesichtsausdruck.
„So werde ich nicht einen Fuß mit dir vor die Türe setzten“
„Ach komm schon Lexi, so schlimm ist es nicht…bitte…“
„Du siehst aus wie der totale Strebernerd. Nein auf gar keinen Fall“, beharrte sie fest.
„Lexi bitte…. Ich muss doch auf die Idioten einen guten Eindruck machen“
„Das kann man auch in angemessener Kleidung, du verleugnest dich ja quasi selbst, schau dir doch mal den Schund an, den du da anhast“ Kopfschüttelnd sah sie an mir herunter und ich versuchte mir ein Lächeln auf zu zwingen.
„Lex bitte….“
„Na gut, aber nicht dass das zum Daueroutfit wird… Ich möchte so nicht mit dir gesehen werden“
„Ich nehme an, dann brauch ich dich gar nicht zu fragen, ob du dich noch umziehen möchtest“
Lexis lachte herzhaft, stand auf und verließ das Haus. Ich schnappte mir meinen Rucksack und folgte ihr nach draußen zu ihrem Wagen. Lexi setzte mich vor dem Unigebäude ab und ich sah sie fragend an.
„Kommst du nicht mit, du hattest es mir doch versprochen“
„Ja bevor du einen Vollidioten aus dir gemacht hast Schatz, ich geh zur Maniküre, meine Nägel haben es mal wieder nötig und mal gucken was mir sonst noch so einfällt, der Tag ist noch jung. Ruf an wenn ich dich abholen soll und viel Spaß bei deinem Vorhaben“, trällerte sie und brauste davon.

Entschlossen betrat ich den Campus und ging direkt zum Verwaltungsgebäude hinüber. Ich holte noch einmal tief Luft bevor ich eintrat.
„Oh Miss Mathews, haben Sie wieder einen Termin bei Doktor Watson oder was kann ich heute für Sie tun“, fragte Marie Granger freundlich. Sie war eine von sechs Sachbearbeiterinnen hier auf dem Campus, die in der Verwaltung tätig waren. Da ich seitdem wir hier an der Uni waren schon einige Gespräche mit dem Rektor gehabt hatte, kannte sie mich inzwischen sehr gut.
Marie war soweit ich schätzen konnte Mitte fünfzig, hatte mittelange braune Haare, die allerdings zu Rastazöpfchen gebunden waren. Sie hatte eine fantastische Ausstrahlung und ich hatte sie wirklich gern. Ich lud Sie so oft es die Zeit zu ließ zu einem Kaffee ein. Ich hatte Marie wirklich gern.

Lächelnd trat ich an ihr Pult heran.
„Guten Morgen Misses Granger“, sobald andere dabei waren sietzte ich sie immer, „Ich hätte da einige Fragen bezüglich der Studentenclubs hier an der Uni, vielleicht könnten Sie mir da weiterhelfen“
„Als ob die sich daran beteiligen möchte“, hörte ich eine ihrer Kolleginnen murmeln. Marie warf dieser einen bösen Blick zu und wandte sich dann wieder an mich. „Natürlich mein Kind, ich wollte sowieso gerade Pause machen, komm gehen wir ein Stück…“, sagte sie, erhob sich und begleitete mich aus dem Zimmer.
Auf den Flur angekommen, liefen diesen entlang in Richtung Außengelände um uns bei einem der Kaffeestände einen Kaffee zu holen.
„Also Kat, worum geht es?“, fragte Marie schließlich und setzte sich auf eine der Parkbände, in der Hand hielt sie ihren Kaffee und nippte leicht daran.
„Wie komme ich in den Umweltclub? Wann trifft der sich und was brauche ich um da hinein zu kommen?“
„Hm….“ Marie seufzte. „Du wirst mir wahrscheinlich nicht sagen, warum du dich dieser Organisation anschließen möchtest oder?“
„Naja… ich denke es ist eine gute Sache“
„Steckt da ein Kerl dahinter?“
„Vielleicht“, gab ich lächelnd zu und Marie erwiderte dieses zaghaft.
„Nun, also es gibt hier tatsächlich einen Umweltclub, die Vorsitzende ist Taylor Hamson, du kennst sie, ihr seit letztes Semester in Musik so aneinander geraten“
„Ach die Schlampe“
„Katherine Matthews, ich darf doch sehr bitten“, tadelte sie mich.
„Entschuldige… na toll, Taylor könnte mir die Suppe versalzen… Was muss ich tun um da hinein zu kommen?“
„Hm…. Ich weiß nicht… Vielleicht könntest du etwas für ihre Organisation spenden oder so, dich engagieren…Auch öffentlich, eine Volltätigkeitsveranstaltung machen, wo du für eine bestimmte Sache Geld sammelst“
„Denkst du damit würde ich auf Aufmerksamkeit erregen?“
„Du hast einen einflussreichen Vater, natürlich würde man davon reden wenn du etwas Volltätiges tust. Die Presse wäre mit Sicherheit auch davon Wind bekommen und du könntest dein Image ein wenige rehabilitieren“
„Mein Image ist tadellos Marie“
„Volltätigkeit schadet keinem und immer nur als Partygirl dazu stehen ist bestimmt auf Dauer nicht sehr erfrischend“
„Mensch Marie, du hast mir wirklich sehr geholfen. Ich werde einfach eine eigene Organisation gründen und spenden für einen guten Zweck sammeln, das ist es“, quietschend sprang ich auf und klatschte in meine Hände.
„Es freut mich ja dass ich dir helfen konnte Kat“
„Danke Marie, du bist die Beste. Ich muss Lexi anrufen, bis bald“, verabschiedete ich mich, holte mein Handy aus meiner Tasche heraus und rief grinsend Lexi an.
„Es hat sich etwas anderes ergeben, kannst du mich abholen?“
„Sofort?“, schrie sie ins Telefon und ihre Stimme klang schmerzverzerrt.
„Ähm Lexi, wo bist du?“
„Beim Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaachsen, oh du dumme Kuh, das hat weh getan….“
Ich hörte jemanden leise ´Entschuldigung`murmeln, ehe Lexi sich wieder zu Wort meldete. „Tut mir leid Kat, aber ich kann jetzt hier nicht weg, nimm dir doch ein Taxi oder fahr ganz öko-like mit dem Bus, bis später“, erklärte sie und legte auf.
Na super, aber ich verstand sie ja, wenn sie sich gerade entwachsen ließ, konnte sie unmöglich aus dem Schönheitsladen weg.
Seufzend ging ich auf den Parkplatz und sah mich um. Tja, da ich die meiste Zeit mit Alexis herum ging, kannte ich hier wirklich kaum jemanden. Ich verließ dass Unigelände und beschloss ein wenig die Stadt zu Fuß zu erkunden, ein Taxi konnte ich mir immer noch anhalten, dass mich nach Hause fuhr.

Ich schlenderte gerade am Sunset Boulevard entlang, ging in mehrere Geschäfte, kaufte aber nicht wirklich etwas, irgendwie war mir nicht danach.
Ich kam an ein paar Demonstranten vorbei, die einen Stand zwischen Gucci und Chanel aufgebaut hatten.
Ich gesellte mich zu ihnen und überlegte wie ich mit ihnen ein Gespräch beginnen sollte.
„Hallo, du siehst aus als würdest du auch gern Pelz tragen“, zischte mich eine der Mädchen böse an.
Entsetzt riss ich die Augen auf, was bildete sich dieses Miststück ein.
„Nein, ich habe nicht ein Stück Pelz in meinen Schrank. Ich hasse Pelz, so etwas würde ich nie tragen…. Demonstriert ihr dagegen…?“, fragte ich neugierig nach.
„Ja siehste doch, aber so einer feiner Schnitte wie dir, ist das doch bestimmt eh scheiß egal“, zickte sie weiter herum.
„Ich kenn dich nicht und du kennst mich nicht, aber ich finde es ziemlich unhöflich mich so zu verurteilen“
„Das ist es allerdings“, hörte ich eine wunderschöne Stimme hinter mir sagen.
Ich hörte das Mädchen nach Luft schnappen und drehte mich um. Vor mir stand ein hübscher junger Mann. Er hatte in etwa meine Größe und hatte wunderschöne blauen Augen in denen ich sofort versank.

Mir blieb buchstäblich fast die Spucke weg, als ich ihn erkannte. Matt Lanter, bekannt aus 90210.
Er grinste mich hingegen süffisant an. „Hi, ich bin Matt… und du Lady solltest dich entschuldigen“
„Ent…Entschuldigung“, brachte das Mädchen mühsam hervor.
„Na geht doch“, sagte er selbstgefällig und grinste mich an.
„Ähm, danke schön“, erwiderte ich und in dem Moment wurde mir bewusst wie scheiße ich eigentlich aussah, was ich da anhatte.
„Das ist normalerweise nicht so meine Art, aber hättest du Lust mit mir was trinken zu gehen“, fragte er und sah mich interessiert an.
„Ähm…also… Fragst du mich da grade um ein Date?“, verwirrt kräuselte ich meine Stirn und wog das wieso – weshalb- warum ab.
„Genau genommen ja“, brachte er ehrlich hervor.
„Oh… okay… Ich bin übrigens Kat“
„Dann freut es mich dich kennen zu lernen Kat, wie wäre es wenn ich dich heute Abend abhole?“
Er wollte mich abholen, oh Gott es lief wirklich auf ein ernsthaftes Date hinaus, so was hatte ich schon seit Jahren nicht mehr gehabt. Ein Date.
Kopfschüttelnd versuchte ich einen klaren Gedanken zu fassen, er deutete es allerdings falsch.
„Ich muss dich nicht abholen, tut mir leid, wir können uns auch irgendwo treffen“
„Nein, nein… es ist nur… ich hatte schon so lange kein Date mehr, ein richtiges Date, ich bin grad überfordert irgendwie… oh man, jetzt musst du mich für total bescheuert halten“
Was redete ich da für einen Stuss zusammen?
„Nein, ich find das sehr menschlich und so…“
„Bescheuert?“
„Nein, süß….“
„Okay sag niemals einer Frau, sie wäre süß“ Ich kramte in meinem Rucksack herum und zog ein Stück Papier und einen Kulli hervor, darauf schrieb ich kurzerhand meine Adresse und meine Handynummer „Wir sehen uns dann um Acht, Matthew Mackendree Lanter“
Er zuckte kurz zusammen, grinste dann aber. „Du kennst mich also“
„Wer kennt dich nicht Engelchen“ und zack da war sie wieder, die unberechenbare Kat. „Bis heute Abend“, säuselte ich verführerisch, drehte mich um und verschwand um die nächste Ecke, schnappte mir das erst beste Taxi und fuhr schnellsten Weges nach Hause.

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