Montag, 7. Dezember 2009

Kapitel 5

Kat Pov

„Es ist nicht nur Sex Kat, ich mag dich“, hatte er gesagt.
Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Also entschloss ich mich nicht weiter etwas dazu zu sagen, stattdessen hatte ich ihn hemmungslos geküsst und wir hatten wieder einmal eine wunderbare Nacht zusammen verbracht.
Als ich am nächsten Morgen erwachte, war die andere Bettseite leer. Ich nahm an dass er bereits gegangen war, ich tapste ins Badezimmer und erledigte meine Morgentoilette. Ich wollte mich gerade wieder in mein Bett kuscheln, als ich von der unteren Etage her Stimmen und Gelächter vernahm.
Neugierig wie ich nun mal war, schlich ich mich nach unten. War Lexi etwa immer noch auf? Eigentlich wollte ich sie ja nicht in Flagranti erwischen, aber schon als ich die Treppe erreichte, umwirbelte mich frischer Kaffeegeruch und so konnte ich nicht anders als weiter hinunter in die Küche zu gehen.
Mich traf fast der Schlag, als ich zwei sehr leicht bekleidete Männer in unserer Küche vorfand. Verwirrt sah ich mir das Schauspiel an, welches sich mir bot.
Ian stand am Herd und schwenkte etwas in einer Pfanne, während der andere junge Mann unseren Esstisch deckte.
Verwirrt zog ich die Stirn kraus und beobachtete sie, bis Ian mich bemerkte und mich liebevoll angrinste.
„Guten Morgen Schlafmütze, ich dachte ich mach uns Frühstück“
„Hm…“, mein Blick huschte zu dem anderen Kerl und ich sah ihn fragend an.
„Oh das ist Rob, offenbar die neue Bekanntschaft von Lexi“
„Aha…“, sagte ich schmunzelnd und trat zu Ian an den Herd. „Ich bin Kat“
„Guten Morgen Kat!“, begrüßte er mich und kam hinter dem Tisch hervor, erst jetzt bemerkte ich dass er völlig nackt war.
Ich sah betreten zur Seite, während Rob grinste und verschwand.
„Du hättest erwähnen sollen, dass er nackt ist“, flüsterte ich Ian leise zu.
„Tu nicht so als hättest du noch nie einen nackten Mann gesehen“, lachte er.
„Was machst du da?“, fragte ich neugierig und versuchte einen Blick in die Pfanne zu erhaschen.
Er drehte sich zu mir und legte seine Arme um meine Hüfte, zog mich näher zu sich heran. Ganz langsam beugte er sich zu mir hinunter und streichelte mit einer Hand leicht meine Wange, hauchte mir einen zarten Kuss auf meinen Mund, den ich nur zu gern erwiderte.
„Frühstück“, hauchte er leise.
„Was…?“
Er löste sich grinsend von mir und wandte sich wieder der Pfanne zu. „Du wolltest wissen, was ich mache und ich mache Frühstück“
Ich umarmte ihn von hinten und legte meinen Kopf auf seinen nackten Rücken, seufzte dabei wohlig auf.
„Das ist sehr lieb Ian, daran könnte ich mich gewöhnen“
„Ich auch“, hörte ich eine vertraute Stimme sagen und blickte augenblicklich zur Tür in der Lexi und ein bekleideter Rob standen. „Was ein Service, guten Morgen“
Lexi setzte sich an den gedeckten Tisch und rief mich zu sich. „Lass das die Männer mal machen“
Ich folgte ihrem Beispiel und setzte mich ebenfalls an den Tisch. Verwundert sah ich Lexi an, aber sie kicherte nur. Rob und Ian kamen mit jeweils zwei Tellern in den Händen an den Tisch.
„Ui, Rührei und Speck, wie gut einen Mann zu haben der kocht. Kat, den solltest du dir warm halten“, grinste Lexi und begann ihr Essen in sich hinein zu schaufeln.
Ich warf ihr einen bösen Blick zu und bedankte mich bei Ian dafür dass er sich solche Umstände machte.

Nachdem wir alle zusammen gefrühstückt hatten, verabschiedete sich Rob, Lexi begleitete ihn noch nach draußen.
„Sag mal… läuft das immer so hier?“, wollte Ian neugierig wissen, während ich den Geschirrspüler einräumte.
„Ähm…was genau meinst du?“
„Mit dem Männern?“
Seufzend stieß ich die Spülmaschinentür zu. „Nicht immer… Normalerweise machen sie uns kein Frühstück“, sagte ich schmunzelnd, ging auf ihn zu und legte meine Arme in seinen Nacken, ich wollte ihn ablenken, er stellte definitiv zu viele Fragen.
Er wusste dass ich vor hatte ihn abzulenken und entzog sich mir. „Wir müssen darüber nicht reden… Das ist eure Sache“
„Hm…“
„Aber ich würde dich gerne sehen, wenn ich in der Stadt bin“
„Okay“, antworte ich und biss mir auf die Unterlippe. Was dachte er, was das mit uns werden sollte?
Er war ein guter Fick, okay wir hatten jetzt schon mehr als einmal gefickt und es war verdammt geil gewesen, ich war gern mit ihm zusammen, aber worauf dachte er würde das mit uns hinauflaufen?
„Ich bin die nächsten Tage nicht in der Stadt…“
„Okay“, sagte ich wieder.
„Wir drehen“, erklärte er und strich mir über mein Haar.
„Ian, du bist mir keinerlei Rechenschaft schuldig, nur weil du deinen Schwanz in mir hattest“
Er seufzte und sah mich durchdringend an. „Ich muss los… Ist es okay wenn ich dich anrufe?“
„Ähm klar...“, antwortete ich verwirrt, er streckte mir sein Handy entgegen, damit ich meine Nummer eingeben könnte.
Als ich es ihm zurückgab, zog er mich näher an sich heran und küsste mich leidenschaftlich. „Bis bald Kat“, hauchte er leise, klopfte mir sanft auf den Po und verschwand durch die Hintertür nach draußen.

„Erde an Kat!!! Was zum Teufel war das???!!“, quietschte eine Stimme und ich fuhr herum und sah Lexis überraschten Gesichtsausdruck.
„Ich … ähm.. .keine Ahnung“
„Oh mein Gott, er will was von dir Kat, er will was von dir??!!!“, schrie Lexi vergnügt auf.
„Natürlich will er Sex von mir“
„Nein, er will mehr… siehst du nicht wie er dich ansieht. Scheiße, Ian scheint echt interessiert an dir zu sein“
„Ähm ja… und wovon träumst du nachts Lexi?“, gab ich gleichgültig zurück, als ob Ian jemals irgendetwas außer Sex mit mir haben wollte, welch absurde Idee.
„Warum musst du immer alles so negativ sehen?“
„Ich sehe nichts negativ, ich bin nur nicht so realitätsfremd wie du offenbar gerade“
„Ich glaube du hast da was nicht richtig verstanden…“, murmelte Lexi leicht säuerlich.
„Ach und das wäre?“, erstaunt sah ich sie an. Hatte ich irgendetwas nicht mitbekommen? Heckte sie etwa schon wieder einen Plan aus, in den ich noch nicht eingeweiht war?
„Naja, also ich hab da so eine Idee…“
„Und?“ Boa, ich hasste es, wenn ich ihr alles einzeln aus der Nase ziehen musste.
„Du kennst doch mein Problem dass ich mit Paul habe…“
„Du kannst kein Problem mit ihm haben, weil du ihn nicht hast, Lex“ gab ich feststellend zurück.
„Genau darin liegt ja mein Problem und ich dachte wenn du und Ian jetzt.. naja also wenn ihr euch näher kommt…dass ich und Paul…“
„ALEXIS vergiss es“
„Oh komm schon Kat, so wie es scheint, hat Ian Interesse, er taucht hier unangemeldet auf, will dich sehen, will dich anrufen.. Hallo dieser Mann ist offensichtlich ein Sexgott und kann auch noch geil Kochen, er hat uns Frühstück gemacht… und du könntest mir mit seiner Hilfe bei meinem Paul-Problem helfen“
„Wir nennen es jetzt also dein Paul-Problem?“
Lexi nickte heftig „Japp, mein Paul-Problem, kurz PP“
„Dann hätte ich ja quasi auch ein JL Problem oder kürzt man dass dann JP ab?“
Verwirrt sah mich Lexi an. „Bitte was?“
„Jared, falls du dich dran erinnerst, wollte ich die Jared Leto – ich krieg dich ins Bett du Sau- Sache angehen, mich voll und ganz ihm widmen und jetzt verlangst du von mir Ian etwas vor zu machen nur damit du Paul ficken kannst?“
„Naja ganz so hätte ich das nicht ausgedrückt, aber das trifft es in etwa außer der Tatsache mit Ian. Ich denke du wirst ihm da nicht all zu viel vormachen müssen, weil… bitte hass mich nicht, aber du MAGST IHN!“ Als sie die letzten zwei Worte aussprach, wich sie instinktiv einige Schritte vor mir zurück.
„Ähm… also Lexi… wie zur Hölle kommst du denn darauf?“, stammelte ich ein wenig unbeholfen herum.
„Du magst ihn Kat… Ich kenne dich… Ich sehs an deinen Augen…“
Ich schluckte den Klos, der sich in meinem Hals bildete hinunter und seufzte schwer. Verdammt, sie kannte mich einfach zu gut.
„Und wenn… das ändert nichts an der Situation“
„Das ändert sehr viel Süße und das weißt du auch…“
„Nein Lexi, du weißt, wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe…dann…“
„Ja ich weiß… dann bist du sehr ehrgeizig, das sind wir alle… Aber mach dir das mit Ian nicht kaputt..“
„Da gibt es nichts kaputt zu machen Lexis, verdammt, wir ficken nur miteinander“
„Die frage ist nur wie lange NUR NOCH!“
Ich wandte den Blick von ihr ab und schüttelte energisch den Kopf.
„So ist das nicht mit ihm… Natürlich ist er süß, aber Lex, hör auf mir da irgendwas einreden zu wollen, was nicht der Wahrheit entspricht“
„Okay, ganz wie du meinst, aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Er mag dich wirklich Kat“
„Ich mag auch viele Schwänze, na und, das bedeutet gar nichts“, giftete ich zurück, drehte mich um und verschwand aus der Küche.
Hastig lief ich in mein Zimmer, direkt hindurch zum Badezimmer und sprang unter die Dusche.

Sollte Lexi etwa Recht behalten? Ich meine, wir waren auf keine Beziehung mit den Typen aus, mit denen wir schliefen. Wir liebten es unabhängig und frei zu sein. Niemals hätte ich mir erträumen lassen, eine Beziehung mit einem solchen Mann haben zu können?
Warum machte ich mir überhaupt Gedanken darüber, ich kannte Ian doch kaum. Ich fickte mit ihm, es war Sex auf Anruf, mehr nicht, einfach nur Sex. Verdammt guter Sex und ja ich mochte ihn. Er hatte etwas an sich, was ich sehr reizvoll fand aber deswegen musste man sich doch nicht direkt in jemanden verlieben oder?
Was war schon Liebe? Bisher war ich nur einmal richtig verliebt gewesen und bitterlich enttäuscht worden, seitdem hatte ich der Liebe abgeschworen und vergnügte mich nur noch, was sich dennoch aus zahlte, immerhin hatte ich dabei meinen Spaß und kam auf meine Kosten, was wollte ich also mehr?

Ich überlegte die ganze Zeit hin und her, wie ich das nun mit Jared weiter anstellen sollte und auch Lexis Worte gingen mir weiterhin durch den Kopf. Ich versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen und rief Bridget an. Sie war eine kleine billig Westhollywood Schlampe, die es wirklich mit jedem trieb, Lexi und ich waren da anders, wir hatten wenigstens Ansprüche, aber Bridget nahm jeden, egal welchen gesellschaftlichen Status oder Vorteil sie daraus schließen konnte.
Von Bridget erfuhr ich jedenfalls, dass heute Abend in LA ein Video gedreht werden sollte und dass jeder, der ein Fahrrad besaß, eingeladen war mit den Jungs von 30 Seconds to Mars mit zu fahren, die Szenen wollten sie für ihren neuen Videoclip verwenden. Ein Grinsen machte sich auf meinen Gesicht breit, ich bedankte mich bei Bridget für die Information und beendete das Gespräch. Sie wusste wirklich immer, wo und wann etwas in Hollywood ging.
Wie gut traf es sich da, dass ich den Abend dazu nutzen konnte um mich an Jared heran zu machen? Plötzlich fiel mir nur ein kleines Problem ein… Scheiße, ich besaß gar kein Fahrrad und ohne Fahrrad keine Möglichkeit dabei sein zu können. Verdammt!!!
„Leeeeeeeeeeeeeeeeexi“, schrie ich verzweifelt aus und rannte aus meinem Zimmer und knallte fast in sie hinein.
„Himmel, was ist denn? Musst du so rumschreien?“
„Lexi wir brauchen Fahrräder! Woher kriegen wir auf die Schnelle Räder?“
„Wozu brauchen wir Fahrräder?“, fragte sie verwundert.
„Ich hab eben mit Bridget gesprochen….“ Lexi hob fragend eine Augenbraue.
„Heute Abend findet ein Ride statt und wir brauchen Räder um da mit zu machen“
„Was zum Teufel soll das sein?“, fragte Lexi entgeistert weiter.
„30 Seconds to Mars haben alle Fans und Leute die Lust haben eingeladen dabei zu sein, wir fahren durch LA mit den Bikes, das wird toll…“
„Spinnst du? Weißt du wie lange ich nicht mehr auf nem Rad gesessen habe, geschweige denn der Tatsache Kat, dass wir keine Räder haben??“
„Deswegen kaufen wir uns doch welche“, grinste ich. „Also komm…“
„Warum sollte ich mitkommen? Nenn mir einen vernünftigen Grund?“
Ich seufzte. „Hör zu wenn du mir bei meinem JP hilft helf ich dir bei deinem PP, Deal?“
„Du hilfst mir bei meinem Paul Problem?“, sie stieß einen kleinen Freudenschrei aus und fiel mir dabei um den Hals.
„Ja aber nur wenn wir jetzt Räder kaufen gehen und da heute Abend hinfahren. Ich habe Jared immer noch nicht abgeschrieben“
„Okay, okay…. Dann los.. Ich weiß auch schon genau wo wir hinmüssen“, erklärte Lexi mit einem teuflischen Grinsen im Gesicht und zog mich an meiner Hand in Richtung Auto…


******

Nach gut drei Stunden Extrem Shopping waren wir wieder zu Hause. Wir hatten unsere Räder, naja es waren eher Shopper aber wir konnten gut darauf fahren und natürlich hatten wir uns auch neu einkleiden müssen. Okay zu gegeben Lexi hatte sich ein paar neue Schuhe gekauft, nachdem ich ihr eine gute Stunde zu erklären versucht hatte, wie gefährlich es war, auf einem Fahrrad mit High Heels zu fahren. Jetzt war sie in Besitz Jimmy Choo Ballerinas und strahlte übers ganze Gesicht.

theride

„Was denn?? Du wolltest, dass ich flache Schuhe kaufe?“
„Ja, aber es hätten auch ein paar Sneakers sein können Lex“
„Hätte, hätte… Hätte… Wir werden immerhin Videos Stars, da will ich auch nach was aussehen, Kat“
„Videostars… ist klar…“
„Denkst du nicht, dass wir entdeckt werden? Schau uns mal an, wir sehen heiß aus und dass wird auch Jared heute Abend feststellen“, aufmuntert zwinkerte sie mir zu.
„Ich hoffe es Lex“, murmelte ich leise und schnappte mir mein Rad. „Können wir?“
„Japp… Gott… ich werde mich wahrscheinlich umbringen, aber ich bin bereit für eine Radtour quer durch LA“, lachte Lexi und stieg ebenfalls auf ihren Drahtesel und wir machten uns auf den Weg zum Treffpunkt.
Es war bereits kurz vor Acht als wir diesen endlich erreichten, sofort wurden wir abgefangen von Sicherheitspersonal.
„Entschuldigung aber hier können Sie nicht durch. Die Strecke ist komplett gesperrt“, erklärte einer der Herren freundlich.
„Ja das wissen wir, wir möchten…also…“
„KAAAAAAAAT????“, schrie plötzlich jemand aus der Dunkelheit, abrupt drehte ich mich in die Richtung aus der die Stimme kam und sah Shannon ins Licht treten. Überrascht grinste er mich an und schritt weiter auf uns zu.
„Das geht schon Ordnung Mitch. Die beiden gehören zu uns“
Der Mann nickte und ließ Lexi und mich passieren.
„Hey, was machst ihr denn hier?“
„Ich dachte mir ihr hättet nichts dagegen, wenn Lexi und ich euch Gesellschaft leisten“
Shannons Grinsen wurde immer breiter. „Ganz und gar nicht… Hi Lexi“
„Shannon…“, begrüsste ihn Lexi schmunzelnd und ließ sich von ihm drücken.
„Was sind das für Bikes? Sind das eure? Die sehen ja… wow, stylisch… Ich bin bisher nur einmal auf so einem Teil gesessen… Darf ich mal?“ Fragend sah er mich an und deutete auf mein Rad, nickend übergab ich es ihm und schon brauste er davon.
Zum Glück wusste Lexi, wann sie die Klappe zu halten hatte und ich wusste, sie würde vor niemanden ausbreiten, dass wir bis vor fünf Stunden noch gar keine Räder besessen hatten.
Lexi grinste mich immer noch von der Seite her an, wofür sie einen bösen Blick erntete.
„Was? Ich hab doch gar nichts gesagt…“
„Gesagt nicht, aber gedacht…“, gab ich unvermittelt zurück.
„Seit wann kannst du Gedanken lesen?“ kicherte sie.
Shannon kam zurück und bremste direkt vor mir, aber er war nicht alleine, er hatte seinen Bruder im Schlepptau, den ich zuerst gar nicht bemerkte.
„Verdammt Shannon….“, maulte ich als er mir über die Füße fuhr.
„Sorry Kat, da war der Bremsweg wohl zu lange“, lachte er und ich schaute entnervt auf in die wunderschönen blauen Augen von Jared, der sich ein Lachen verkniff.
„Was ist so witzig?!“
„Was du sagst nicht mal Hallo zu mir und pflaumst mich gleich an? Wo ist deine Höfflichkeit geblieben, Kat?“
Ich wollte gerade etwas erwidern, als ich verstummte, mein Herz setzte aus. Er kannte meinen Namen. Verwirrt starrte ich ihn an, konnte es kaum glauben.
Natürlich bemerkten alle um mich herum meine Sprachlosigkeit, was mir ungeheuer peinlich war.
Jared stieg von seinem Fahrrad und beugte sich nah zu mir. „Was, heute gar keine Paroli? Du bist doch sonst nicht so sprachlos Kat?“, hauchte er leise und ich konnte seinen Atem auf meiner freiliegenden Haut spüren. Sein fantastischer Duft umwirbelte mich und raubte mir beinahe den Verstand.
Meine Atmung beschleunigte sich als er mit einer Hand eine Strähne meines vom Fahrtwind verwehten Haares hinter mein Ohr strich.
„Alles in Ordnung?“, fragte er und ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbildete, aber er klang wirklich irgendwie besorgt.
„Ähm ich bin nur verwundert… dass ist alles…“
„Jared, lass das Mädchen jetzt, du verwirrst sie“, lachte Shannon laut und Lexi hörte ich ebenfalls kichern.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht… verwirren“, verwundert hob er eine Augenbraue.
Ich atmete kurz durch und versuchte mich nicht mehr wie ein Idiot aufzuführen und sah ihn grinsend an. „Das hast du nicht.. Ich war einfach überrascht, dass du mit mir redest, das ist alles“
„Warum sollte ich nicht mit dir reden Kat?“
„Weil du es noch nie getan hast“, ich nahm mein Fahrrad von Shannon entgegen und stieg auf. „Lex kommst du, sehen wir uns ein wenig um?“
„Seit in ner halben Stunden da hinten am Trailer, da ist die Maske, ich sag Maya dass ihr kommt“
„Maske? Denkst du ich muss ernsthaft in die Maske Shannon?“, scherzte Lexi.
„Nein, natürlich nicht Lexi, aber ihr musst noch mal abgepudert werden, damit ihr in der Aufnahme nicht glänzt, also verfahrt euch nicht“, provozierend wackelte Shannon mit den Augenbrauen. Ich schüttelte schmunzelnd den Kopf, wartete auf Lexi und gemeinsam erkundeten wir ein wenig das Set.


Wie mit Shannon abgesprochen standen wir eine halbe Stunde später vor dem Trailer von Maya und ihrem Team. Schnell wurden wir abgepudert und konnten wieder von dannen ziehen.
Draußen stand bereits eine riesige Menschenmenge auf ihren Rädern und umringte Jared, Shannon und Tom.
Shannon sah uns schon von Weitem und winkte uns freudig zu.
„Er steht auf dich“, bemerkte Lexi leise.
„Ich weiß, aber ich nicht auf ihn“
„Glaub mir, das weiß er auch“
„Ist es so offensichtlich?“
„Naja deine Stotteraktion mit Jared hat nicht gerade dazu beigetragen, alle Anwesenden vom Gegenteil zu überzeugen…“
„Scheiße“
„Kat so schlimm war das nicht, du klangst eben nur ein wenig verwirrt und wer wäre das nicht, wenn Jared Leto mit einem flirten würde“
Überrascht sah ich sie an und sie nickte mit bestätigend zu. Ich hatte es mir also nicht nur eingebildet, er hatte wirklich mit mir geflirtet.
Ein Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit und ich fühlte mich aus einem seltsamen Grund heraus total glücklich. Er hatte mich bemerkt, endlich!


Der Regisseur gab das Zeichen und es ging los. Jared, Tomo und Shannon setzen sich in Bewegung und fuhren los und der Rest einfach hinterher. Das ganze stundenlang und Lexi warf mir ab und zu entnervte Blicke zu, ich wusste, sie tat es nur mir zuliebe und dafür war ich ihr unendlich dankbar. Die Zeit verging wie im Flug, obwohl wir nichts anderes taten, als durch LA zu fahren.

Eine lange Nacht lag hinter uns und der Morgen brach so langsam an, als die Jungs sich um ihre Fans versammelten und allen für ihre Teilnahme dankten.
Lexi und ich wollten uns gerade aus den Staub machten, als Shannon uns zu sich rief.
„Hey, danke, dass ihr dabei wart, ich hoffe ihr habt Spaß gehabt“
„Ja, das schon, aber ehrlich gesagt, ich bin total erledigt Shannon, soviel Bewegung hatte ich lange nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne“, scherzte Lexi grinsend und Shannon stimmte in ihr Lachen mit ein.
„Also wenn ihr wollt.. Wir gehen jetzt noch frühstücken, ihr könnt gerne mitkommen“, fragend sah er uns an.
Mein Blick ging zu Lexi und sie hob unentschlossen die Schultern. Ihr war es also egal, super. Würde er es nicht zu aufdringlich finden, wenn wir uns jetzt ihm und seinem Bruder noch zum Frühstück aufdrängten?
Mir wurde allerdings die Entscheidung abgenommen als Jared zu uns trat.
„Hey, war ne aufregende Nacht was?“
„Ja, hat Spaß gemacht“, gab ich tonlos zurück.
„Ähm, also wir wollen noch was essen gehen, vielleicht wollt ihr ja mitkommen“
Erstaunt wich mein Blick wieder zu Lexi, die mich nickend angrinste.
„Sicher“, mehr brachte ich nicht heraus.
„Cool, ich kenn einen netten kleinen Laden, nicht weit von hier. Ich glaube wir sind heute auch schon dran vorbeigefahren“, erklärte Jared ganz lässig und stieg wieder auf sein Bike.
Gott dieses Radfahren heute musste sich doch mal irgendwann auszahlen. Ich war total erledigt, müde und hungrig.
Schweigend folgten wir Jared und Shannon durch die recht leeren Strassen von LA, bis sie vier Blocks weiter vor einem kleinen Laden stehen blieben, der….














… geschlossen hatte.
„Shit“, hörte ich Jared leise fluchen.
„Das macht doch nichts… Wir sind sowieso müde. Komm Lex fahren wir nach Hause. Ich will nur noch ins Bett“
„Wir können auch noch …es gibt bestimmt noch andere…“, versuchte Shannon vorzuschlagen, aber ich winkte ab.
„Danke, aber wir sollten wirklich langsam ins Bett. Kommt gut nach Hause, man sieht sich. Lex kommst du?“
„Kat… also…“ Sie kam auf mich zu und flüsterte mir ins Ohr, dass sie gerne mit Shannon mitgehen würde und ob ich etwas dagegen hätte. Ich versuchte ein Grinsen aufzusetzen, aber selbst dazu war ich kaum noch im Stande vor Müdigkeit.
„Okay, dann bis später irgendwann Lex. Ciao Jared, ciao Shannon“

Ich wollte gerade davon radeln, als ich bemerkte dass mir jemand folgte. Verwirrt schaute ich zur Seite und sah Jared neben mir auftauschen.
„Auch wenn du in dieser Stadt zu Hause bist, solltest du nicht um diese Zeit alleine nach Hause fahren müssen“
„Oh – okay, danke schön“
„Kein Problem“, gab er nickend zurück. Es war nett dass er mich nach Hause bringen wollte, aber auch seltsam zugleich, da wir während des Heimweges fast nur schwiegen.
Als wir die Auffahrt zu unserem Haus passierten und ich stoppte, hielt er neben mir an und sah sich schmunzelnd um.
„Nette Wohngegend“
„Hm… Mein Vater ist Immobilienmakler… und seitdem Lexi und ich hier an der Uni studieren, hat er uns das Haus zur Verfügung gestellt“
„Nett von ihm“, sagte er fast tonlos und ich wusste was er von mir dachte, das war offensichtlich.
„Jared… Ich bin nicht so eine… Ich weiß wofür mein Vater arbeitet und er arbeitet hart“
„Und gebt ihr auch etwas davon zurück oder verschwendest du nur alles wie deine kleine Freundin“, sagte er barsch.
„So sind wir nicht, du kennst uns nicht Jared… Du hast heute zum ersten Mal mehr als ein Wort mit mir gesprochen, was gibt dir also das Recht so über mich zu urteilen?“
„Weil ich Mädchen wie dich zu genüge kenne“
Ich spürte wie Wut in mir aufkochte, mein Atem beschleunigte sich und ich ballte meine Fäuste zusammen, hatte jeden Moment das Gefühl explodieren zu müssen.
„Ich glaube es ist besser, wenn du jetzt gehst…“, brachte ich schwer atmend hervor.
Er schmunzelte, drehte sich um und fuhr davon. Bevor ich mein Fahrrad in unserer Garage verstaute, schrie ich ihm den Namen meines Vaters nach, denn John Matthews war nicht nur ein angesehener Immobilienmakler sondern spendete auch jedes Jahr diverse Millionen zu Gunsten von Hilfsorganisationen. Er war ein Name und anhand von Jareds abrupter Kopfbewegung in meine Richtung, wusste ich dass John Matthews ihm ebenfalls ein Begriff war.

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