Dienstag, 15. Februar 2011

Kat Pov

„Aber es läuft was zwischen Euch?“, hakte er weiter nach und ich sah ihn erstaunt an.
„Wieso interessiert dich das? Ich meine… bis vor ein paar Minuten dachte ich noch du hältst mich für eine totale Schlampe..“, die ich ja in Wahrheit auch bin, fügte ich in Gedanken hinzu, „und jetzt… Was willst du von mir Jared?“

„Es tut mir leid, ich weiß es nicht…Ich wollte mich einfach nur unterhalten“, verteidigte er sich.
„Und mich so über mein Liebesleben ausfragen, geschickt eingefädelt Jared, wirklich. Ich frage dich auch nicht aus, mit wem du gerade Sex hast“, erwiderte ich aufgebracht, was bildete dieser Typ sich eigentlich gerade ein.

„Es war dumm damit anzufangen….tut mir leid“

„Hör auf dich ständig zu entschuldigen, verdammt.“ Mittlerweile war ich aufgestanden und fuhr mir genervt mit beiden Händen durch die Haare.

Jared stand nun ebenfalls auf und kam einen Schritt auf mich zu.

„Ich wollte das wirklich nicht…es ist nur so… es ist mir herausgeplatzt…ich bin nicht gut in solchen Dingen, verstehst du“

„In was für Dingen, ich verstehe langsam überhaupt nichts mehr, was willst du von mir, verdammt?“, brüllte ich energisch und was dann passierte, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet…

Jared überbrückte den letzten Abstand zwischen uns, sah mir kurz in die Augen, suchte offenbar nach irgendeinem Zeichen oder so etwas, bevor er sanft seine Lippen auf meine niedersinken ließ und mich zärtlich küsste….



„Sag mal spinnst du jetzt total oder was?!“, fuhr ich ihn an und drückte ihn von mir. Verwirrt sah er mich an.

„Hast du sie noch alle, was zur Hölle soll denn der Scheiß jetzt?“, keifte ich weiter.

„Ich…also…“ irgendwie frustriert wandte er seinen Blick von mir ab.

„Kannst du mir das mal erklären, wie kommst du auf die bescheuerte Idee mich zu küssen?“

„Ich..naja.. ich dachte…Du wolltest das so?“

„Hör auf hier so einen Müll zusammen zu stammeln“ fassungslos schüttelte ich den Kopf. „Lass dir mal eins gesagt sein, so verdammt unwiderstehlich bist du nun auch nicht Jared Leto“

Ich schnappte mir meine Schuhe, warf ihm noch einen kurzen Blick zu, ehe ich mich umdrehte und gehen wollte.

„Kat, es tut mir leid.. Ich..“

„Was? Was wolltest Du? Jetzt hör mir mal zu, Du weißt anscheinend selbst nicht genau, was du eigentlich willst. Seit Monaten guckst du mich nicht mal mit deinem Arsch an, interessierst dich nicht mal die Bohne für mich. Dann beschuldigst du mich eine von deinen widerlichen Scheißgroupies zu sein“, was ich in Wirklichkeit auch war, aber diesen Zusatz ließ ich besser aus.

„Es tut mir leid, Kat, dafür hab ich mich doch schon entschuldigt“

„Dass gibt dir aber noch lange nicht das Recht zu glauben, ich wäre scharf auf dich oder sonst was. Was bildest du dir eigentlich ein?“

„Kat, bitte ich…“

„Lass stecken Jared, du willst doch nur was du nicht haben kannst, daher weht doch der Wind“, giftete ich wütend weiter.

Er schluckte und sah beleidigt zu Boden.

„Das nennt man dann wohl einen Volltreffer. Na dann, wenn du entschuldigst, ich werde drinnen von meinem Liebhaber erwartet“, ich machte auf dem Absatz kehrt und stürmte zurück ins Haus, ließ ihn einfach dort stehen.

Was bildete sich dieser Idiot eigentlich ein? Natürlich wollte ich ihn, sehr sogar, aber die Blöße wollte ich mir dann doch nicht geben. Ich hatte so lange auf ihn gewartet. Monatelang war ich ihm hinterher gekrochen und es kam nie eine Reaktion seinerseits. Er hatte mich stets ignoriert und jetzt das? So einfach war ich nun wirklich nicht zu kriegen, nein, nicht für ihn.
Ich hörte ihn hinter mir noch meinen Namen rufen, ging aber weiter.

In der Küche angekommen sah ich bereits Lexi und Shannon in eindeutiger Pose stehen. Sie hatte ihre Beine um seine Hüften gelegt und er nahm sie gerade an Ort und Stelle, gegen unseren Kühlschrank gedrückt. Die beiden schienen mich nicht zu bemerken, widmeten sich ganz sich selbst. Ich hörte Lexi gerade noch laut Shannons Namen schreien, als ich die Treppe ins Obergeschoss erreichte. Wenigstens hatte eine von uns beiden Spaß, dachte ich wütend.

Ohne weitere Umwege erreichte ich mein Zimmer, ging hinein und sah Ian breit lächelnd auf dem Bett liegen. Er hatte seine Hände hinter seinem Kopf verschränkt und sah mich erregt an.

„Hey Babe, ich dachte schon du kommst überhaupt nicht mehr“

„Wie könnte ich dich je warten lassen?“, gab ich verführerisch zurück und ging auf mein Bett zu. Ian packte mich an meinen Armen und in der nächsten Sekunde lag ich bereits im Bett, er über mich geneigt.

Lüsternd sah er mich an. „Ich dachte ehrlich gesagt schon, du wärst mit diesem Kerl abgezogen, umso schöner zu sehen, dass du zu mir zurückgekommen bist“.

Oh man, konnte er nicht einfach mal die Klappe halten? Wir waren nicht zusammen oder so etwas in der Art, also hätte er rein theoretisch auch keinerlei Anspruch auf mich gehabt, also was zum Teufel sollte denn das jetzt? Von einer in die nächste Katastrophe, toll gemacht Kat.

Er bemerkte mein Stillschweigen und sah mich fragend an. „Tut mir leid, wenn ich dir zu nahe getreten bin oder so, ich weiß wir sind uns keinerlei Rechenschaft schuldig“

„Gut erkannt, warum fängst du dann immer wieder davon an“, murmelte ich leise.

„Okay..“ Ian stieß sich abrupt von mir ab und stand auf. „Ich muss früh raus, ich meld mich“ und mit einem Satz schnappte er sich seine Jacke und verschwand.

Seufzend starrte ich an die Decke. Super Aktion. Warum konnte ich auch nie meine Klappe halten?

Jared hatte sich endlich, nach monatelangem Hinarbeiten, dazu entschlossen mal mit mir zu reden, mich sogar zu küssen und ich wieß ihn ab, weil ich es ihm nicht zu einfach machen wollte. Stattdessen ging ich lieber auf Nummer sicher zu Ian, der jetzt auch noch angepisst war, weil ich ihn auf seinen Standpunkt in dieser was-auch-immer-Beziehung hingewiesen hatten. Männer waren doch einfach nur bescheuert. Würde das ein Mann mit einer Frau machen, wäre das doch total in Ordnung für alle. Die Frau müsste sich fügen und alle wären zu frieden.

Ich meine, ich wollte nichts von Ian, klar er war ein netter Kerl, ganz süß und so aber mehr als ein guter Fick, war er eben nicht. Ich hatte ein anderes Ziel und dieses Ziel war Jared.

Ich musste unweigerlich immer wieder daran denken, wie mein Herz tausend Sprünge gemacht hatte, als er sich mit mir am Pool unterhalten hatte. Wie sein Bein unabsichtlich das meine gestreift hatte, wie er mich geküsst hatte. Gott, seine Lippen waren so weich und rau sogleich gewesen. Er küsste mich so sanft, fast schüchtern. Nie hätte ich erwartet dass er sich überhaupt bei mir entschuldigen würde, so arrogant wie er war. Dass er mich nicht beachtete, hatte dem Ganzen eine spezielle Würze verliehen. Wie würde es jetzt werden, wenn wir wieder auf einander trafen?

Das ich ihn abgewießen hatte, würde ihm auf gar keinen Fall passen, soviel war sicher. Einen Leto, wies man nicht einfach so ab und schon gar nicht Jared. Ich hatte ihn gekränkt und ich war mir sicher, dass er seinerseits nun alles darauf setzte mich doch noch herum zu bekommen. Natürlich war mir bewusst, dass er mich danach fallen lassen würde wie eine heiße Kartoffel, aber das war es mir wert.

Die Frage war jetzt nur wie ich weiter mit ihm verfahren wollte, denn ganz so einfach sollte er es nicht haben. Ich beschloss nach mehreren Überlegungen es einfach auf mich zu kommen zu lassen. Da sich da offenbar etwas ernsteres zwischen Shannon und Lexi anbahnte, würde sie mir sowieso erzählen, was sie von Shannon erfuhr.

Und sollte er wirklich in mein Spiel einsteigen, würde ich weiterhin die Unnahbare spielen, das würde ihn bestimmt nur noch mehr reizen. Es war eine Sache Jared zu provozieren, eine andere seinen Reizen zu wieder stehen. Konnte ich ihm überhaupt weiterhin widerstehen? Heute Abend konnte ich es, aber ich wusste dass es in Zukunft schwer werden würde.

Ich hoffte für Lexi, dass sie gegenüber Shannon die Klappe gehalten hatte, denn wenn es erst einmal Shannon wusste, war klar dass Jared es auch spitzbekam und das musste ich auf jeden Fall verhindern.

Die Spiele hatten begonnen und wir würden sehen, wer am Ende wem hinterher jagte. Fakt war, dass ich wusste, dass für Jared jede interessant war, die ihn abwieß. Hatte man erst einmal seine Aufmerksamkeit erregt, war man im Spiel. Ich würde in den nächsten Tagen sehen, wie viel Eindruck ich bei ihm gemacht hatte.

Für heute beschloss ich es gut sein zu lassen. Ich kuschelte mich in mein Bett, überall roch es noch nach Ian. Ich überlegte kurz und zog es kurzer Hand komplett ab, ehe ich mich wieder hineinlegte und ins Land der Träume entglitt…

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