Dienstag, 15. Februar 2011

Kat Pov



„Wie lange bist du schon wach?“, Lexi setzte sich mit einem Kaffee zu mir auf die Couch.

„Eine Weile. Konnte nicht schlafen.“, gab ich schulterzuckend zurück.

„Das Haus glänzt richtig.“

„Nicht jeder hatte so einen erfolgreichen Abend wie du Lexi.“, seufzend trank ich einen Schluck aus meiner Tasse.

In dem Moment vernahm ich jemanden auf der Treppe. Na toll, er war noch da. Ein grinsender Shannon trat herein. Frisch geduscht und natürlich perfekt gestylt. „Guten Morgen die Damen.“

„Wenn du Kaffee willst, der…“ Lexi wurde mit einem Kuss von ihm unterbrochen.

„Guten Morgen Baby.“ Shannon lächelte liebevoll, was Lexi erröten ließ. „Kaffee klingt toll.“

„Bedien dich einfach.“, sagte ich und versuchte betont freundlich zu wirken.

Shannon nickte mir dankbar zu und verschwand in der Küche.

„Süß…“, ich verdrehte die Augen und nippte erneut an meiner Tasse.

„Sag mal was ist eigentlich dein Problem?“, fragte Lexi und warf mir einen bösen Blick zu.

„Ich hab kein Problem.“

„Ja sicher. Darüber reden wir noch Madame.“, flüsterte Lexi und verstummte als Shannon sich wieder neben sie setzte.

„Alles in Ordnung bei euch?“ Shannon sah zwischen uns beiden hin und her.

„Hm…“, murmelte Lexi. „Natürlich.“

Shannons Blick brannte sich in meinen. In dem Moment stand ich auf und verließ das Wohnzimmer. Ich konnte die beiden heute Morgen einfach nicht ertragen.

„Was hat sie denn?“, hörte ich Shannon leise fragen, während ich die Treppen hinaufsprintete. Kurz darauf hörte ich Lexi kichern, dass die beiden auch nicht die Finger von einander lassen konnten, es kotze mich richtig an.


Wieso war er überhaupt noch hier? Hatte er kein Zuhause? Wurde er nicht irgendwo vermisst?

`Kat du bist unfair´, schalt ich mich selbst in Gedanken. Ich wusste nicht ob Lexi dieses Shannonding immer noch nur wegen mir durchzog oder ob sie wirklich etwas für Shannon empfand.

Seufzend stellte ich meinen Kaffeepot an meinen Schreibtisch und sah für einen Moment aus dem Fenster. Mein Blick glitt zum Pool. Unweigerlich musste ich an Jared denken.

Was er wohl gerade machte? Er hatte mich geküsst und um ehrlich zu sein, es war ein schönes Gefühl gewesen seine Lippen, wenn auch kurz, auf meinen zu haben.

Andererseits, natürlich was sollte das jetzt? Dachte er wirklich, ich wäre so einfach zu haben? Der große Jared Leto schnippte mit seinen Fingern und ich hätte dem Folge zu leisten. Ich lachte bitter, wohl kaum. Die Sache mit Ian konnte ich nach heute Nacht wohl auch vergessen, es sei denn er sah endlich ein, dass das mit uns nichts weiter als eine reine Bettgeschichte war. Je nach dem wie sich das mit Jared weiterentwickelte…

Ich unterbrach meinen Gedanken und tippte mir mit meinem Zeigefinger aufs Kinn. Verdammt, warum war mir der Gedanke nicht schon früher gekommen. Lexi hatte gesagt, dass Jared verdammt eifersüchtig zu mir rüber gesehen hatte, während ich mit Ian ´beschäftigt´ gewesen war. Also konnte Ian mir noch verdammt nützlich sein.
Er war mein Schlüssel um an Jared zu gelangen. Natürlich!


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„Kaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaat“, hörte ich Lexi von unten schreien. „Komm mal runter, hier hat jemand was für dich abgegeben.“

Hatte ich sie da eben richtig verstanden? Jemand hatte etwas für mich abgegeben? Verwundert machte ich mich auf den Weg nach unten ins Wohnzimmer, wo Lexi mit Shannon auf der Couch saß, wie so oft in letzter Zeit. Ständig hing er hier rum oder war mit Lexi zusammen unterwegs.

Die beiden fütterten sich jetzt gegenseitig mit Erdbeeren, an sich gaben sie ein süßes Bild ab, aber dafür dass Lexi angeblich nichts von Shannon wollte, wirkten sie zu vertraut.

Ich warf Lexi einen fragenden Blick zu. „Küche.“, antwortete diese grinsend und widmete sich wieder Shannon.
Gespannt lief ich in die Küche, mir viel sofort der große Blumenstrauß auf der Theke auf. „Lex, die Blumen?“, fragte ich neugierig und betrachtete sie genauer.

„Japp.“, grinsend tauchte meine Freundin neben mir auf. „Jetzt lies schon die Karte verdammt.“

„Es sind nur Callas, Lex. Kaum einer weiß, dass das meine Lieblingsblumen sind.“, erwiderte ich und schnappte mir die Karte.

I´m sorry. –J


Mit offenem Mund drehte ich mich zu Lexi. „Du hast ihm das gesagt mit den Blumen.“ Es war keine Frage, eher eine Feststellung.

„Vielleicht hat er einfach nur gut geraten?“

„Hat er nicht und das weißt du Lexi!“, gab ich wütend zurück. „Was mischst du dich da ein!!“

„Du wolltest doch, dass ich mich einmische.“

„Argh, verdammt…“, seufzend fuhr ich mir durch die Haare.

„Falls du es wissen möchtest, er hat Shannon gebeten mich zu fragen, was denn deine Lieblingsblumen wären.“

„Warum tut er das?“

„Ich habe keine Ahnung. Er ist unberechenbar, das weißt du.“

„Lex, kommst du jetzt oder was?“, rief Shannon aus dem Wohnzimmer.

„Wohin geht’s denn?“, fragte ich seufzend.

„An den Strand. Willst du mitkommen?“

Kopfschüttelnd wandte ich mich ab. „Nein, danke. Ich will eure Zweisamkeit nicht stören.“

„Du bist ja nur neidisch.“, gab Lexi zurück und streckte mir provozierend die Zunge heraus.

„Lex, Shannon scheint ein lieber Kerl zu sein, du solltest dir überlegen wo das hinführen soll.“

„Wir haben beide unseren Spaß, nicht mehr, nicht weniger.“

„Alexis!“, rief Shannon erneut.

„Warte nicht auf mich, könnte spät werden.“, gab sie grinsend zurück und verließ die Küche.

„Pass du lieber auf, dass du dich nicht verknallst.“, murmelte ich leise. Wenige Sekunden später hörte ich die Tür ins Schloss fallen.

Na toll, ein weiterer Abend allein zu Haus, während Lexi sich amüsieren konnte. Ian hatte ich seit der Halloweenparty vor zwei Wochen nicht mehr gesehen, Jared ebenso wenig, auch wenn sein Brüderlein hier ein und aus zu gehen schien.

Nachdenklich hielt ich die Karte in der Hand und starrte auf die Callablüten. Warum tat er das? Wenn er doch eigentlich gar kein Interesse an mir hatte? Woher der Sinneswandel? Lag es wirklich nur daran, weil ich ihm so eine Abfuhr erteilt hatte? Weil er dachte, ich würde ihn nicht wollen? Vielleicht sollte ich ihn anrufen? Immerhin hatte ich einen Grund, ich musste mich ja wenigstens für die Blumen bedanken.

Also schnappte ich mir mein Handy und wählte kurzerhand seine Nummer.

„Hallo?“

„Hi Jared, hier ist Kat. Kat Matthews, du warst auf meiner Halloweenparty vor zwei Wochen.“

„Ja Kat, ich weiß wer du bist.“, gab er lachend zurück.

Stille.

„Ich hab deine Blumen bekommen und wollte mich dafür bedanken.“

„Also haben sie dir gefallen?“, fragte er und ich könnte ihn förmlich grinsen sehn.

„Ja, du weißt ja dass das meine Lieblingsblumen sind.“

„Ich hatte so meine Quellen.“

„Ja leider sind deine Quellen zu leicht zu durchschauen.“, gab ich fast tonlos zurück.

„Hey, sie haben dir gefallen oder? Gib wenigstens zu dass du dich einen Moment darüber ernsthaft gefreut hast Kat.“

„Sie sind wunderschön, also danke.“

„Wie willst du dich denn bei mir bedanken?“

„Bitte was?“, mit Sicherheit hatte ich mich gerade verhört.

„Wie du dich bei mir bedanken möchtest?“, wiederholte er verführerisch.

„Ehm.. spinnst du ich habe doch gerade…“

„Kat das war ein Witz, reg dich nicht gleich wieder auf.“, unterbrach er mich lachend.

„Ich drehe überhaupt nicht schon wieder durch!“ Gott, was bildete sich dieser Arsch eigentlich ein.

„Was machst du gerade?“, fragte er und klang ernsthaft interessiert.

„Was geht’s dich an?“

„Nun, ich dachte du hättest vielleicht gerne Gesellschaft da du das Haus für dich hast.“

Woher wusste er das schon wieder? Argh Lexi, eines Tages würde ich sie noch umbringen.

„Ich genieße ehrlich gesagt gerade die Zeit allein. Kein Geknutsche, kein Gestöhne. Ist ganz angenehm…“

Er lachte. „Ich bin in der Nähe, ich könnte vorbei kommen, wenn du das möchtest.“

„Jared, was soll das hier werden?“

„Es war nur ein Vorschlag, ohne Hintergedanken.“

„Ja sicher… Du und keine Hintergedanken.“

„Wo steckt eigentlich dein Liebhaber?“

„Wie gesagt ich bin alleine.“, gab ich barsch zurück.

„Oh falsches Thema wie ich sehe, da reagierst du ja immer sehr impulsiv drauf.“

„Dir macht das ungeheuren Spaß dich in Angelegenheiten, die dich nichts angehen, ein zu mischen oder?“

„Ich beobachte einfach nur. Also was ist jetzt, ich stehe quasi vor deiner Haustür. Wir könnten spazieren gehen?“

„Ehm.. ja sicher.“

„Ich mag deinen Sarkasmus, aber das war mein Ernst.“ In dem Moment klingelte es an meiner Haustüre…

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